"Music is the brandy of the damned." (G.B.Shaw)

Wir sind Austropop!

Weil die Herren DoRo diese Serie (Doku) gemacht haben und weils nach dem Unwort Mozart anscheinend der nächste Versuch ist “Cultural Nationbuilding für kleine Österreicher” zu betreiben ein paar Worte dazu: Austropop. Für alle Nicht-Österreicher: dies ist die Art wie sich Österreich als meines Wissens einziges Land Kontinentaleuropas einzureden versucht, es gebe so etwas wie Pop österreichischer Prägung. Also den Pop, der nur so und einzig und allein in Österreich gemacht werden kann/konnte. Wenn sich dann diese angebliche Eigenart des Austropop lediglich auf das “Dialektsingen” herunterbrechen lässt, wunderts mich, wenn auf einmal doch jeder musikalische Auswurf (natürlich von Österreichern gemacht) dann irgendwie doch Austropop sein soll/muss (so in der Doku von DoRo).

Das die Wahrnehmung von Austropop dann an den österreichischen Grenzen stopp macht ist klar, denn der Begriff Austropop impliziert ja schon die eingeschränkte Wahrnehmung. Wie soll ein Nicht-Österreicher verstehen, was Austropop ist, respektive wie soll ich es ihm erklären? Wenn dann Leute erklären, Austropop ist eine Art emotionaler Ausdruck österreichischer Mentalität, dann frage ich mich, wie soll ich einen Nicht-Österreicher erklären, was Austropop ist. Am besten gar nicht. Das völlige Totschweigen kultureller musikalischer Ausdrucksformen, die (vielleicht verstehen ja DoRo etwas völlig anderes unter dem Begriff Pop als ich) abseits des Austropop passierten/passieren, ist angesichts der Aussage “alles was Österreicher machen ist Austropop” einfach nur dumm und ignorant. Realitätsverlust. Aber es ist ja angeblich auch so, dass keiner weiß was Austropop impliziert, bedeuten und ausdrücken soll. Oder doch jetzt? Warum reden wir dann darüber.

Abseits des guten Gewissens, das die Bildung des Begriffs Austropop eben eine verzweifelter Versuch ist, Musikschaffen zu historisieren und durch die Einbettung in die Geschichte einen Wert zu geben und Uniformität nationaler Ausprägung in eine darniederliegende österreichische Musikwirtschaft/landschaft aka Intrigantenstadl/Gerüchteküche zu bringen. Abseits diesen guten Gewissens müssen wir uns das echt ansehen und uns aufregen. Angefangen von Qualtinger bis Stürmer? Was soll das? Auch nur über das Thema eine 4-teilige Serie im ORF zu bringen grenzt ja schon an Absurdität. Irre, nicht wahr?

Martin Blumenau über das Thema Austropop bei FM4 hier


Ein Kommentar on “Wir sind Austropop!”

  1. [...] Die inhärente Problematik der DoRo Kopfgeburt Austropop breitet Blumenau auf fm4 aus, netzonfire hat gestern abend auch bloss krampfhafte Historisierungsversuche gesehen. Dem schließ ich mich gerne an. [...]


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