Jobs und DRM…

Ein bisschen Kommentar meinerseits  zum offenen Brief von Steve Jobs gibt es jetzt bei FM4 zu lesen:

[Artikel: It's Showtime | via FM4]

2 Antworten zu “Jobs und DRM…”


  1. 1 WG Februar 12, 2007 um 1:30

    Aus meiner Sicht läuft die ganze Diskussion ziemlich neben der Spur: Konsumentenschützer, Plattenfirmen und Download-Anbieter tun so, als liege in der Frage “DRM oder kein DRM?” der Schlüssel zur güldenen Zukunft. Natürlich ist Digital Rights Management lästig, lachhaft und unwirksam, also per se eine ziemliche Schnapsidee (wie Experten seit jeher predigen). Und natürlich sind ungeschützte MP3s der de-fakto-Standard, wie auch Steve Jobs weiss – nur 3 Prozent der Musik auf den 90 Millionen iPods dieses Planeten ist kopiergeschützt. Der Rest wurde gerippt, geklont oder geklaut. Das ist die Realität. Und die braucht keine zusätzlichen Umsatzimpulse.

    Wer immer noch nicht kapiert hat, daß das althergebrachte Geschäftsmodell obsolet ist, weil sich das zugehörige Handelsobjekt verflüchtigt hat und durch unkontrollierbare Nullen und Einsen ersetzt wurden, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Okay, mit der Abwicklung der “alten Welt” lassen sich ungebrochen Milliarden verdienen – das Jammertal, das die Musikindustrie wehklagend durchschreitet, liegt auf mehr als doppelt so hohem Umsatz-Niveau wie Anfang der achtziger Jahre. Der Leidensdruck dieser Industrie nimmt zu, ist aber immer noch zu gering. Die Zukunft gehört ganz neuen Netzen, Plattformen, Künstler-Konsumenten-Schnittstellen und Ideen wie jener von einer Pauschalabgabe für freien, ungehinderten und unlimitierten Musikgenuß zu jeder Zeit und an jedem Ort. Um es mit R.E.M. zu sagen: it’s the end of the world as we know it (but I feel fine).

    P.S.: Ich bin leidenschaftlicher Apple-User – und halte Steve Jobs für einen begnadeten Manager, der wie kaum ein Zweiter Visionäres mit Pragmatik und Geschäftsinstinkt unter einen Hut bringt. Ich bin auch ein iPod-User der ersten Generation. Aber ich kaufe nur sehr selten Musik im iTunes Store ein. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Recht gut gefällt mir dagegen z.B. der britische Download-Dienstleister eMusic. Ein Abo-Pool in Verbindung mit guter redaktioneller Aufbereitung: da kann sich auch Jobs noch eine Scheibe abschneiden. Daß die dort gekaufte Musik in Form DRM-freier MP3s auf meine Festplatte wandert, ist freilich selbstverständlich. Gelegentlich kaufe ich mir ja auch noch eine CD: Soundqualität, Haptik und Werk-Wertschätzung werden die Silber-Disk so rasch nicht aussterben lassen. Auch wenn’s immer mehr zur Liebhaberei gerät. Aber ich hab’ ja auch noch meine Vinyl-Sammlung noch nicht weggeschmissen.

  2. 2 netzonfire Februar 12, 2007 um 1:59

    jo, bin da auch völlig deiner meinung. ich find eben auch, dass die leidige drm-diskussion vom grundstäzlichen problem (musikindustrie hält noch immer am alten geschäftsmodell via drm eisern fest) ablenkt. da liegt halt irgendwo ein grundsätzlicher verständnisfehler.. hoff, dass hab ich auch im (etwas verwirrten) artikel halbwegs rübergebracht…


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Über netzonfire


Peter Balon, 2/ Jahre, beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Digital Music Business, arbeitet in diesem Bereich als Freelancer für verschiedene Organisationen, schreibt hin und wieder zu diesem Thema für Tonspion und den FM4 Soundpark und hilft Unternehmen mit dem Netz auf die Sprünge.

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