"Music is the brandy of the damned." (G.B.Shaw)

Europäische Kommission veröffenlicht Studie zum Entwicklungspotential der Digital Medias…

Die Studie, die von der europäsichen Kommission veröffentlicht wurde und der 9 Monate gearbeitet wurde, hat eigentlich nur gute Nachrichten zum Inhalt. Die „Online Music Revenues“ werden sich bis 2010 verneunfachen und die „Digital Media Revenues“ (dazu gezählt werden hier Games, Movies, etc…) werden gar auf 8.3 Millionen Euro in die Höhe schnellen. Dabei wird Digital Music und Games laut Screen Digest (eine Gruppe, die zusammen mit der EU diese Studie erstellt hat) das grösste Wachstumspotential prophezeit: „The research found that the spread of broadband, the roll-out of advanced mobile networks, and the massive adoption of digital devices mean that online content is on the verge of becoming mass market, especially in the sector of music and games, where the proportion of revenues made online already represent a significant percentage of overall income“. Auf die Frage, wie denn das DRM-Problem gelöst werden könnte, gibt die Studie wie folgt Auskunft: “an answer to this is efficient Digital Rights Management systems to manage and protect digital content“. Okay, klar ;). Wer die 300-Seiten starke Studie lesen will, der folge einfach diesem Link:

[Studie: Interactive Content and Convergence: Implications for the Information Society | PDF]

[Artikel: European Commission Rings Optimistic On Digital Music | via digitalmusicnews]


Bei Starbucks bald den MP3-Player aufladen…

Laut Seattle Times soll man bei Starbucks nicht nur Kaffee trinken können sondern auch schon bald seinen MP3-Player mit allen möglichen musikalischen Köstlichkeiten befüllen können. „“Within 12 months, probably, you’re going to be able to walk into a Starbucks and digitally be able to fill up your MP3 player with music“, kündigte Chairman Howard Schultz an. Verwundert nicht, denn Starbucks konnte schon in der Vergangenheit mit dem Geschäftsmodell, ausschliesslich exklusive Veröffentlichungen wie zB von Bob Dylan über die Starbucks-Filialen zu vertreiben, schon große Erfolge feiern. Wahrscheinlich werden die MP3-Stations von Apple zur Verfügung gestellt…

[Artikel: Schultz discusses MP3 potential for Starbucks | via Seattle Times]


Die globale Musikindustrie steckt in Schwierigkeiten…

Die globale Musikindustrie steckt (noch) immer in Schwierigkeiten. Nichts wirklich Neues. Doch wo liegen jetzt wirklich die Schwierigkeiten? Illegales Filesharing ist nach wie vor ein großes Problem, lässt die Ifpi bei der MIDEM verkünden. Viel grössere Sorgen müsste aber noch immer die Interoperabilität (=> DRM) machen, die die Entwicklung des Marktes stetig bremst. Dann gehts weiter: das Geschäftsmodell, mit dem sich die rückläufigen CD-Verkäufe kompensieren lassen, ist auch noch nicht gefunden, geschweige denn Ideen, die dem Potential des Medium Internet gerecht werden würde, resp. ausschöpfen könnte. Kein Wunder, denn es wird nicht bei dem einen Geschäftsmodell (wie früher die CD) bleiben, sondern es wird unzählige „Revenue-Channels“ gehen. Dann die rasante Entwicklung der Technologien, die untereinander konkurrieren. Da ist es nicht so einfach, mitzuhalten. Dann weiter: bis jetzt gibt es noch keine Einigung über die globale Anwendung von Kennzeichnungsstandards, was wiederum Lizensierungen erleichtern würde (also GRID, ISRC, etc..), etc.. etc..

Doch die Branche ist bei all den Problemen, die noch zu lösen wären, recht zuversichtlich, wie der nachfolgende Artikel zeigt…

[Artikel: Global music industry in trouble, looks to new horizons | via yahoo]


Mit Youtube Geld verdienen?

In Zukunft sollen User, die ihre Videos bei Youtube uploaden, an den Werbeeinnahmen beteiligt werden Derzeit ist aber noch nicht klar, wie das Abrechnungsmodell funktionieren soll. Chad Hurley, Gründer von Youtube wies beim Weltwirtschaftsforum, das derzeit in Davos stattfindet, lediglich darauf hin, dass das Service in den nächsten Monaten an den Start gehen soll. Eigentlich hatte YouTube diese Idee schon vor einiger Zeit, verwarf aber diese wieder, weil „revenue-sharing would build a community of users motivated by making money, rather than their love of videos“.  [mehr darüber bei netzpolitik.org] 

[Artikel: YouTube to share some ad revenue with users | via yahoo]


Gespräche zwischen Merlin und Youtube gescheitert…

Hypebot berichtet, dass Gespräche zwischen Merlin und Youtube gescheitert sind. Bei den Verhandlungen sollte erreicht werden, dass Youtube für Musik bezahlt, die auf der Seite verwendet wird. Jetzt drohen einige Indie-Labels damit, Youtube zu verklagen.

Die Organisation Merlin wurde als One-Stop Lizenzgeber gegründet, d.h. für Online-Anbieter soll es künftig einfacher werden, Musik von Indies zu lizensieren. Andererseits positioniert sich Merlin als Gegengewicht zu den 4 Majors. Merlin als der sozusagen 5. Major vertritt die Anliegen von Independents wie Beggars Group, Epitaph, Rough Trade, Ministry of Sound, Cooking Vinyl, K7, Edel,.. Der deutsche Indieverband VUT ist eines der Gründungsmitglieder.

Merlin hat bereits einen Deal mit Snocap abgechlossen. Das Tool MyStore, das von Snocap bereit gestellt wird, soll zukünftig auch auf Myspace eingesetzt werden (wurde bereits seit September 06 getestet). Die Downloads über Myspace werden im MP3-Format ohne DRM angeboten.

[Artikel: Indie Talks With Youtube Falter. Cease & Desist Orders Drawn | via hypebot]

[Hyper: One-Stop Licensing Shop Merlin gegründet]


EMI strukturiert kräftig um!

Schon vor rund einer Woche hat der Boss der EMI Group Eric Nicoli angekündigt, dass Umstrukturierungen bevorstehen würden. Jetzt gibt es die ersten konkreten Maßnahmen, die vorerst nur in den Staaten gesetzt werden: Capitol und Virgin Labels werden zur Captiol Music Group fusioniert. Chef der neuen Tochter wird Jason Flom. Die EMI Group will damit 217 Millionen Dollar einsparen. Eine Stellungnahmen von Eric Nicoli zum Restrukturierungsprogramm gibt es hier: „The music business shows exciting growth potential, but the environment remains extremely challenging.In order to thrive and meet the demands of a rapidly evolving and dynamic music market, we must re-think our operations,not only to make them efficient, but also more effective and focused on creative excellence. By bringing Capitol andVirgin into one label group, we will be better equipped than ever to promote and nurture artistic talent.We remain strongly committed to developing artists in America in all genres as this is a key repertoiresource for the world, and to that end, we will maintain our A&R focus and keep a presence in both LA and New York. This structure will also allow us to further build our digital capability.“

Gut, soviel dazu. Mit Sicherheit wird es weitere Umstrukturierungen in Europa geben. Ob es auch Entlassungen geben wird, wurde bis jetzt noch nicht verlautbart. Bob Lefsetz, Beobachter der ersten Stunde, meint zu den neuen Entwicklungen: „EMI is proving by this consolidation that they need to be allowed to merge with Warner. They’re illustrating what sad shape they’re in. It appears to be a death spiral. An operation that’s outlived its time.“ Na, dann haben wir bald nur drei Majors (So oder so).

[Artikel: Slater Out As Flom Heads Combined Capitol & Virgin U.S. Layoffs Loom | via hypebot]


iTunes in Norwegen illegal

Die norwegische Konsumentenschutzorganisation Forbrukerradet hat Beschwerde gegen die mangelnde Interoperabilität von iTunes eingelegt. Sollte Apple bis zum 1. Oktober 2007 seinen Kopierschutz FairPlay nicht offenlegen und/oder Files anbieten, die auf allen Audioplayern abspielbar sind, droht eine Klage und im schlimmsten Fall die Schliessung von iTunes in Norwegen.

In letzter Zeit forderten immer mehr Verbraucherorganisationen und auch die EU-Wettbewerbsbehörde eine Öffnung von iTunes. Auch die Majorverbände machen Druck, wenngleich aus einem anderen Grund (da gehts unter anderem auch um das Preisdiktakt von iTunes). Meldungen gibt es bereits, die davon ausgehen, dass Apple seinen Kopierschutz FairPlay öffnen will, wenngleich es Apple wahrcheinlich eher darum geht, FairPlay zum DRM-Standard zu machen. Wird sicher interessant, ob auch andere Länder bald rechtliche Schritte gegen Apple unternehmen.

[Artikel: Norway declares Apple’s iTunes illegal | via Financial Times]
[Artikel: iTunes in Norwegen illegal | via futurezone]