"Music is the brandy of the damned." (G.B.Shaw)

Interview mit Plazes.com-Mitbegründer Stefan Kellner. Gemacht von Mario Sixtus

Ein ziemlich interessantes Interview mit Plazes.com-Mitbegründer Stefan Kellner hat Mario Sixtus, Netz-Journalist und Elektrischer Reporter für das Handelsblatt geführt. Plazes.com ist ein sogenanntes Location Based Service, dass die physische Präsenz der User ins Netz bringt, diese abbildet und mit anderen Usern vernetzt. Über Plazes.com lässt sich orten, wo User gerade umherlaufen. So weiss man auch, ob meine Freunde gleich um die Ecke im Beisl sitzen oder man kann eben seine Lieblingslocations vorschlagen. Daraus kann dann sowas nützliches wie ein schöner Stadtführer werden. Anyway: ich finde Plazes.com sehr empfehlenswert, auch weil Anwendungen wie Location Based Services in Zukunft eine große Rolle spielen werden bzw. müssen. Warum und wieso? Das beantwortet der Betreiber in folgendem Videointerview am besten selbst.

[Interview: Elektrischer Reporter 09: Plazes.com | via archive.org, sixtus.net]


EMI Boss Eric Nicoli über Mobile Music…

Weil ich gestern kurz das Thema „Mobile Music“ angerissen habe, bleibe ich auch heute dabei: Eric Nicoli, Oberboss von EMI, hat in seiner Keynote bei der CTIA Wireless 2007 Convention über die Möglichkeiten und Chancen des Mobile Music Marktes gesprochen. Die News kommt von Billboard, wobei mich gleich mal die Einleitung von Antony Bruner zum schmunzeln gebracht hat: „Put a label head in front of a wireless industry audience these days and they’ll be happy to tell you what’s wrong with mobile music.“ Da hat er wohl recht ;). Auf jeden Fall spricht Nicoli desweiteren über die Dinge, die seiner Meinung nach auf diesem Sektor verbessert werden müssten: „make wireless phone and services easier to afford, use and understand“. Als Best-Practice Beispiel nennt er Apple, weil sie auf den Konsumenten hören und ihm das geben, was er will, nicht was die Technologie leisten kann. Mich wundert, warum Nicoli der Auffassung ist, dass Apple das Thema „Kundenbindung“ quasi gepachtet hat. Dass lässt auch die böse Vermutung aufkommen, dass sich die EMI wohl noch nicht intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat bzw. das hier wirklich „One-Way“ gedacht wird, wurde. Vor allem wenn im Jahre 2007 davon gesprochen wird, dass man sich wohl mehr um die Konsumenten kümmern sollte.

Update: EMI und Nokia haben jetzt bekannt gegeben, dass sie eine Partnerschaft eingehen werden, die vornehmlich auf die Vermarktung von EMI-Artists in Nokia Retail Outlets abzielt. Also: wenn ihr mal in den USA in ein Nokia Geschäft geht und ein neues Mobiltelefon kaufen wollt, kann es leicht passieren, dass euch EMI-Bands quasi auf Schritt und Tritt um die Ohren wacheln.

[Artikel: EMI CEO Challenges Mobile Industry | via billboard.biz]

[Artikel: EMI, Nokia Strike Retail-Focused Mobile Marketing Pact | via digitalmusicnews]


Sind Abomodelle eine Zukunftsoption für die Mobile Music Industry?

Zugegeben: ich frage mich ja oft, wie es mit der Musikindustrie weitergehen wird. Jedoch, bräuchte ich mich das gar nicht zu fragen oder besser gesagt liegt die „Lösung“ dieser Frage in der Beantwortung einer anderen Frage: wie geht es denn der Mobile Music Industry oder besser gesagt, wie geht es damit weiter, wohin geht es und womit geht es wohin? Pyramid Research hat da verblüffender Weise eine klare Antwort darauf: „The most significant shift in the mobile music market will come in the form of bundled music“. Gemeint sind Subscription Services, also Aboservices. Nämlich die, die bei Portalen wie Rhapsody angeboten werden, also nicht wie bei emusic.com. „Tethered Subscription Service“ könnte man ja auch dazu sagen, d.h. es wird ein Abo gekauft, wo man dann Zugriff auf eine unbegrenzte Anzahl von Songs hat. Die Files werden zwar am PC (oder wo auch immer) gespeichert, sind aber nicht mehr verfügbar, wenn man das Abo storniert. Bei solchen Services wird dann immer viel (und zurecht) diskutiert, ob das nicht der Gewohnheit widerstrebt, etwas „besitzen“ zu wollen, was ja wiederum heisst, mit etwas „konkret und intensiv auseinandersetzen“ können. Pyramid Research meint hierzu (im Kontext von Mobile Music): A cultural shift is forming in this generations consumers, from owning to renting”. Pyramid argumentiert so, dass es spannender ist, Zugriff auf eine undendliche Anzahl von Musicfiles zu haben als nur Zugriff auf jene Musicfiles zu haben, die im Voraus gekauft wurden. Die neue Konsumentengeneration sieht das „besitzen wollen“ demnach nicht mehr als Notwendigkeit an: For these consumers, the difference between owning and MP3 and renting an MP3 will have little meaning.“ Derzeit hat sich dieses Modell jetzt auf breiter Ebene noch nicht durchgesetzt. Aber ich könnte mir irgendwie gut vorstellen, dass dieses Modell gerade im Mobile Music Sector funktionieren könnte. Es war ja auch wieder ein richtiger und wichtiger Schritt hin zur so oft diskutierten Flatrate. Wobei: dies ist ja wieder ein anderes Thema bzw. funktioniert ja auch ein bisschen anders.

[Studie: Bundling Music – The Future of the Mobile Music Industry According to Pyramid Research | via hypebot]


EMI und Bertelsmann streiten nicht mehr…

Irgendwie kommt es mir so vor, als wäre es schon Jahrzehnte her und irgendwie ist es auch ja so… Ich meine jetzt den Rechtsstreit zwischen EMI und Napster, nicht dem Fenning-Napster, sondern dem Bertelsmann-Napster. Jetzt wurde der Rechtstreit beigeleigt, auch weil es absurd scheint, diesen Streit noch weiter auszufechten. Einerseits weil Napster schon lange nicht mehr das Bertelsmann-Napster ist und andererseits weil Bertelsmann ja eigentlich schon deslängeren auf der Klägerbank sitzt, quasi  Geschäftsmodell neu gegen Geschäftsmodell alt klagt und Bertelsmann auf beiden Seiten mitspielt, vor allem seit sie zur Majorfusion mit Sony ausgeholt haben. Ja, war wohl besser, dass sie das Streiten beendet haben.

[Artikel: EMI, Bertelsmann agree to settle lawsuit |  via yahoo]


Zukunftsträchtige Unternehmen aus der Entertainment/Media Branche

Das Branchenheft für Technology und Business, Redherring, hat jetzt die europäischen Top 100 Unternehmen aus der Media Branche vorgestellt bzw. gewählt. Unternehmen wie Last.Fm, 7Digital und nicht zu Letzt Joost schafften es dabei ganz nach oben.

[Artikel: RH 100 Europe—Entertainment/Media | via redherring]


David gegen Goliath oder LimeWire gegen Musikindustrie…

LimeWire bleibt im Rechtsstreit mit der RIAA standhaft, verlautbart die futurezone. Bis jetzt konnte die RIAA LimeWire nicht nachweisen, dass Urheberrechtsverletzungen bewusst in Kauf genommen werden.  Die ganzen Rechtsstreitigkeiten konnten aber LimeWire bis jetzt nicht viel anhaben. Das Marktforschungsunternehmen NPD Group kommt zum Schluss, dass 62% der Downloads in P2P-Netzwerken über LimeWire läuft. Auf rund 18,3% der Computer weltweit ist LimeWire installiert, sagt die Digital Music Research Group. Ob LimeWire irgendwann das gleiche Schicksal wie eDonkey oder Grokster erleidet, wird sich mit den nächsten Gerichtsverfahren zeigen, die da anstehen.

[Artikel: LimeWire trotzt Klagen der Musikindustrie | via futurezone]


Gerüchteküche: steht emusic.com vor dem Verkauf?

Hypebot schreibt, dass bei emusic.com irgendwas im Busch ist, denn der Katalog von Vice Recordings wurde über Nacht von der Plattform genommen. Angeblich hat der Digital Distributor Vital (Teil der PIAS Group) wegen Problemen bei der Ausschüttung von Royalties die Tracks runtergenommen. Und dann lese ich, dass emusic.com kurz vor dem Verkauf stehen könnte: angeblich soll da Google und Amazon im Spiel sein. Ob das jetzt auf finanzielle Probleme bei emusic.com oder auf die Attraktivität der Plattform zurückzuführen ist, weiss bisher keiner. Auf jeden Fall ist es für emusic-Abonnenten ärgerlich, wenn Tracks ohne Vorwarnung runtergenommen werden, weil die Möglichkeit eines nochmaligen Downloads quasi ausgeschlossen ist. Was an dem angeblichen Übernahmeangebot von Google und Amazon letztlich dran ist, kann ich im Moment nicht eroieren.

[Artikel: Is Emusic For Sale Just As Some Labels Grow Restless? | via hypebot]