"Music is the brandy of the damned." (G.B.Shaw)

Apple bietet nun allen Content-Partnern DRM-freie Variante an

Bekanntlich hatte EMI vor rund zwei Wochen angekündigt, dass sie ihren Content künftig ohne DRM anbieten wollen. Dieses Vorhaben will EMI gemeinsam mit Apple umsetzen. Daraufhin haben sich viele gefragt, ob iTunes auch allen anderen Content-Partnern die DRM-freie Variante anbieten wird. Jetzt ist es anscheinend soweit, denn Apple hat folgende Aussendung an seine Partner getätigt: „Many of you have reached out to iTunes to find out how you can make your songs available higher quality and DRM-free. Starting next month, iTunes will begin offering higher-quality, DRM-free music and DRM-free music videos to all customers“. Da dürften wohl einige Labels grosses Interesse an der DRM-freien Variante bekundet haben. Ein fahler Beigeschmack bleibt aber weiterhin, der sich auch nicht so schnell verflüchtigen wird: auch wenn alle iTunes-Files ohne Fairplay-DRM angeboten werden, sind sie halt doch nur im AAC-Format erhältlich, was wiederum für Nicht-iPod Besitzer doch sehr „ungünstig“ ist. Naja. Jobs hat auch noch erklärt, dass bis zum Jahr 2008 über 50% des iTunes-Katalogs ohne DRM erhältlich sein soll.

[Artikel: Apple Offers DRM-Free Option To All Content Partners | via listeningpost]

[Artikel: Apple Notifies Partners: DRM-free Music and DRM-free Music Videos Soon | via macrumors]


Merkwürdige Studie zum „Social-Networking-Phänomen“

Wiedermal ist eine Studie veröffentlicht worden, diesmal aber nicht über die „Lage“ des digitalen Musikmarkts, sondern über Social Networking-Portale und ihre User, also welche Auswirkungen diese Portale auf das „Sozialleben“ der User haben (meines Wissens ist das die erste Studie zu diesem Thema). Wie schon so oft darauf hingewiesen, sei dies jetzt auch getan: die Studie gilt wieder mal nur für die USA. Und ausserdem: die Studie wurde von Myspace in Auftrag gegeben und von Isobar, einem „Digital Marketing“ Unternehmen durchgeführt – nur so am Rande. Also, zu welchen Ergebnissen kommt die Studie? Social Networking hat zu einer Veränderung geführt, wie junge Leute miteinander kommunizieren und interagieren. Diese Aussage illustriert die Studie an einigen Zahlen: rund 70% der Amerikaner, die zwischen 15-34 Jahre alt sind, sitzen mehr als 7 Stunden pro Woche vor dem Kasterl und nutzen Social Networking Portale, um sich neue Freunde zuzulegen und/oder mit alten Freunden zu tratschen. 40% der User geben an, dass sie social networken, weil sie mehr über neue Produkte erfahren wollen. 28% geben an, dass ihnen von einem „Freund“ schon mal ein Produkt empfohlen wurde. Bei den meisten befragten Usern ist auch Myspace die Nr. 1 Freizeitbeschäftigung, knapp dahinter liegt TV und mit Handy rumspielen. Aber am interessantesten fand ich doch folgendes, doch sehr merkwürdige Ergebnis: „More than 48% said they are having more fun in life in general and 45% said their lives are more exciting as a result of spending time networking online“. Alles in allem ist es nicht zu übersehen, von wem und für wen diese Studie gemacht wurde. Für Netz-Produktplatzierer und natürlich Myspace sind das ja freudige Nachrichten. Ansonsten finde ich die Ergebnisse, Interpretation und Fragestellungen doch ein bisschen merkwürdig. Vielleicht eher nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass die Studie für die Werbe-Branche gemacht wurde. Fällt euch zu der Studie noch was ein?

[Studie: Myspace and Isobar Debut First Comprehensive Research Study on Social Networks and Marketing | via businesswire]



Neue Details zum Amazon-MP3 Store

Wie schon vor einiger Zeit berichtet, wird Amazon ab Mai einen MP3-Downloadstore aufsperren. Jetzt sind ein paar neue Details bekannt geworden. Entgegen Annahmen von Branchenmenschen wird Amazon nicht auf einen Stand-Alone Store setzen, sondern wird den Download-Shop im existierenden Amazon-Store integrieren: „It’s going to look just like Amazon does today“, verriet ein Amazon-Insider. Außerdem heisst das Motto des neuen Amazon-MP3-Stores „Stick with iTunes, but buy from Amazon“. User sollen also bei Amazon ihre Tracks kaufen, für die gesamte Musikverwaltung sollen sie aber iTunes und den iPod nutzen. Das heisst auch weiter, dass Amazon seine bisherige E-Commerce-Infrastruktur weiter nutzen will. Sucht man also nach einem Künstler bei Amazon, werden die Suchresultate nicht nur MP3-Audiofiles zum Ergebnis haben, sondern auch wie bisher DVDs, CDs, Bücher, etc… Zuletzt wurde auch noch bekannt, dass Amazon die MP3s in variablen Preismodellen angeboten werden.

Desweiteren wird noch heftig darüber gemunkelt, ob Amazon jetzt generell auf DRM verzichtet und damit nur Audioinhalte von EMI und den Indies anbieten wird oder ob sich Amazon mit den restlichen Majors doch auf eine „andere“ DRM-Variante einigen wird. „Reduced Protection“ nennet man das neuerdings…

[Artikel: Amazon Readies Simple, Integrated, MP3 Based Entrance | via digitalmusicnews]

[Artikel: Amazon set to launch online music store | via timesonline]


Musiktank – neuer Downloadshop aus Österreich online gegangen

Heute ist ein neuer, österreichischer Downloadshop namens Musiktank online gegangen. Der Musiktank ist die Weiterentwicklung des CD-On Demand Stores, der unter anderem im Wiener Haus der Musik beheimatet ist. Angeboten werden die Audiofiles im MP3-Format. Major-Content hat sich auch reingeschlichen, der natürlich nur im WMA-Format zu haben ist. Ansonsten findet man quasi alles, was das der geneigte Hörer österreichischer Musik gern hat. Auch zahlreiche Musiken aus dem älteren Semester sind zu haben, da ein Projektpartner des Musiktanks das SRA-Archiv ist, dessen Aufgabe ja die Ansammlung des gesamten österreichischen Populärcontents ist. Deshalb. Ansonsten ist zum Großteil alles aus der aktuellen österreichischen Indie-Abteilung zu finden. Kostenpunkt liegt bei Tracks um die 1,29 Euros. Alben sind um 12,99 Euro zu haben. Ja, die Macher sind monkey music und die Multimediaagentur Exozet. Schaut mal rein. Ich hab noch vor, die Macher zum Projekt näher zu befragen, deshalb mehr über den Musiktank in Kürze hier.

[Link: www.musiktank.at]


Myspace entwickelt neuen News-Aggregator-Dienst

Wie kürzlich bekannt wurde, will Myspace ab heute Donnerstag nun auch einen News-Aggregator-Dienst starten. Dabei können User Nachrichten aus 25 Themengebieten bewerten und so ein Ranking der beliebtesten Artikel erstellen. Dabei wird Myspcae Webjournale/blogs und verschiedendste News-Seiten scannen und nach Kategorien gruppieren. Wie Futurezone schreibt, können die User bei Myspace aber keine Nachrichten zur Bewertung vorschlagen, was aber hingegen bei den anderen Diensten ein wesentlicher Bestandteil des Angebots ist. Myspace erhofft sich dadurch eine Steigerung der Werbeeinnahmen. Bin gespannt, ob sich jetzt die etablierten News-Dienste wie Digg oder Slashdot wirklich fürchten müssen.

[Artikel: Myspace startet Nachrichten-Service | via futurezone]

[Artikel: Myspace challenge News-Aggregation Sites | via cnet news]


Wird Apple bald ein Subscription-Service launchen?

Bei Apple ist wieder was im Busch, glaubt man den Berichten von Mediabiz. Leos Ottolenghi, Chef von Intent Media Works, hat verkündet, dass Apple in den nächsten sechs Monaten ein „music subscription service“, also ein Abo-Modell ähnlich wie bei emusic.com launchen könnte. Dieses Gerücht wurde Ottolenghi bei einem Meeting mit Apple-Menschen gesteckt. ListeningPost geht deshalb wieder davon aus, dass das neue Abo-Modell vielleicht basierend auf P2P-Technologie entwickelt werden könnte, weil eben Intent Media Works eine Content-Distribution Firma ist, die mit P2P-Technologie arbeitet. Der einzige Pferdefuß dabei ist aber, dass Apple einen neuen iPod herausbringen müsste, da ein Subsrciption-Service mit den derzeitigen Hardware Komponenten nicht funktionieren würde. Hingegen würde iPhone, dassja nicht nur Handy, sondern auch ein Musikplayer ist, diese Eigenschaften mit sich bringen. Andere Stimmen meinen wieder, dass Steve Jobs eher ein Miet/Abo-System mit Apple-TV (ähnlich wie Netflix) auf den Markt bringen könnte und kein „music subsrciption service“ launchen wird. Darüber, wie ein Apple-Abosystem aussehen könnte, wird wahrscheinlich in den nächsten Wochen noch mehr diskutiert werden, denn ob es Sinn macht, ein Abo-System der Marke Rhapsody oder Napster zu entwicklen, ist eher zweifelhaft, denke ich mir.

[Artikel: Apple changes its iTune? | via mediabiz]

[Artikel: Apple Could Launch Subscription Service for the iPhone | via listeningpost]


Amazon startet jetzt doch einen MP3-Online Shop

Seit ein paar Wochen geistert es schon in den Medien herum: Amazon startet einen MP3-Online Shop. Laut Billboard will Amazon das gesamte Musikangebot ohne Kopierschutzbeschränkung zum Verkauf anbieten. Billboard sagt auch, dass Universal mit an Bord sein wird und Teile seines Klassik-Kataloges anbieten will. Das ist ja auch das eigentlich spannende an der ganzen Sache: Nachdem EMI vor rund einem Monat angekündigt hat, nurmehr DRM-freie Audiofiles anbieten zu wollen, geht jetzt auch Universal diesen Weg. Warner und Sony sträuben sich noch. Noch vor kurzem war es unklar, ob Amazon überhaupt je ins digitale Musikgeschäft einsteigen wird, denn als Microsoft den Zune Music Store mit einem geschlossenen DRM-Verfahren veröffentlichte, verwarf Amazon seine Pläne, weil Amazon eine Subscription-Service mit einen MP3-Player, der auf einem Windows Media Audio Software Technologie basieren sollte, auf den Markt bringen wollte. Jetzt hat Amazon auf ein MP3-Modell umgestellt, was ja in vielerlei Hinsicht nicht uninteressant werden wird: Einerseits wird es spannend, wie der weltgrösste Online-Retailer mit iTunes konkurrieren wird/kann. Andererseits wird es interessant, wie konsequent Amazon sein MP3-Modell umsetzen kann und welche Auswirkungen dies auf andere Stores haben wird, vor allem auf die restlichen Majors. Preislich will Amazon mit 70 Cent pro Track starten, worauf aber einige Labels schon mit Unverständnis regaierten. Diese können sich eher vorstellen, verschiedene Preismodelle kombiniert mit verschiedenen Qualitätsstufen der Audiofiles zu fahren.

[Artikel: Universal, Amazon beef up MP3 sales space | via yahoonews, billboard]

[Artikel: Amazon will ab Mai MP3s verkaufen | via futurezone]