"Music is the brandy of the damned." (G.B.Shaw)

Der iPhone-Effect…

Es war ja heute gar nicht zu übersehen, sei es weil es sogar der ORF bringt, sei es weil irgendwie alles darüber spricht – oder darauf noch immer wartet. Über was? Natürlich über das iPhone. Das Gerät gibt es nämlich ab heute in den amerikanischen Läden zu kaufen. Und da erwartet sich der geneigte Verwender ja einiges davon. Schon komisch, denn was das iPhone kann, können andere schon lange – meinen die einen. Die anderen sagen wiederum, dass das iPhone „ein durch proprietäre Software und digitale Restriktionen verkrüppeltes Produkt“ ist – so Peter Brown, Direktor der Free Software Foundation, jene Organisation, die quasi zum Releasetermin des iPhones die neuste Version (Nummer 3) der GNU, General Public License veröffentlicht. Also auch ein nicht so uninteressantes Ereignis. Aber am neugierigsten bin ich doch, ob das iPhone dem gesamten digitalen Musikkmarkt einen kleinen Anschub verpassen kann, also genau das, was sich zumindestens die Musikindustrie vom neuen Wundergerät erhofft hat, denn die setzt immer mehr auf Mobile Music, denn die Umsätze am digitalen Musikmarkt lassen hoffen, der Markt wächst aber nicht so rasant, wie gewünscht. Deshalb: Wunderwaffe iPhone. (Dabei scheint es aber Steve Jobs ein wenig ruhiger anzugehen, denn er peilt gerade mal die 10 Millionen Marke an, vielmehr will er offenbar nicht verkaufen.) Wie immer muss man da vorsichtig sein, denn die Analysen, wonach der mobile Musikmarkt einen kräftigen Schub braucht, sind mal auf die USA anzuwenden, wo hauptsächlich Ringtones downgeloadet werden, und Full-Track Downloads noch nicht so der grosse Renner sind. Um das gehts hier vornehmlich. Noch dazu ist Apple in den USA so dominant, wie noch nie (siehe Story „Apple drittgrösster Retailer in den USA). Die Frage drängt sich auch hier wieder auf, ob es für den Markt nicht gesünder wäre, wenn es mal wer mit Apple aufnehmen könnte. Egal. Auf jeden Fall ist es abzuwarten, ob das iPhone der Schlüssel für den mobilen Musikmarkt sein kann/werden wird. „Probleme“ haben schon einige Leute jetzt mit dem iPhone: abgesehen vom hohen Preis sind die Kunden dazu gezwungen, einen zweijährigen Vertrag mit dem Netzanbieter AT&T abzuschliessen, der mit Apple einen exklusiven Deal vereinbart hat. (Wie das dann in Europa aussieht, werden wir 2008 sehen). Kunden haben also hier nicht die Qual der Wahl, zu welchem Tarif sie das Gerät nützen können, sondern müssen das nehmen, was Apple und AT&T anbieten. Und weiter: es ist ein iPod integriert, dass iPhone unterstützt aber (noch) nicht die 3G Technologie (also UMTS), also keine Rede von Over-The-Air-Downloads. Adam Sexton, Marketingchef bei Groove Mobile meint zum viel herbeigewünschten iPhone-Effect: „I don’t think the iPhone is going to be the game changer that people are predicting“. Ob das iPhone einen vergleichbaren Impact auf den mobilen Musikmarkt haben wird, wie das der iPod im Falle des Digital Music Marktes schaffte, bezweifeln also viele. Überhaupt wenn Apple wieder so ein geschlossenes System – wen wunderts aber? – baut, wie es beim iPod/iTunes der Fall war.

[Artikel: Das iPhone – ein „verkrüppeltes Produkt“ | via fuzo]

[Artikel: iPhone – die wichtigsten Pros und Kontras | via derstandard]

[Artikel: Music industry hopes, for yet fears, the iPhone effect | via reuters]


Ringback Tones legen auch in den USA zu…

Laut PricewaterhouseCoopers haben sich auch die Zahlen am Mobile Musikmarkt rasant entwickelt. Konnten im Jahr 2005 ca. 35 Millionen Dollar mit Ringtones umgesetzt werden, waren es 2006 schon 100 Millionen Dollar. Bis zum Jahr 2011 soll sich der Umsatz noch vervierfachen. Aber wie es sich ja schon so oft gezeigt hat, kann man diese Zahlen wieder äusserst schwer auf Europa umlegen, geschweige denn auf Asien, wo zwischen 95 und 98 % der digitalen Musikverkäufe auf das Mobile getätigt werden. Alles in allem lässt sich in den USA (und zum Teil auch Europa) nicht so viel Geschäft mit Ringtones machen wie in Asien, wo die Nachfrage oft am explodieren ist. In Europa legen die Full-Track Downloads auch immer mehr zu, siehe zB Ifpi-Report 07. Weitere Infos gibt es bei Digitalmusicnews.com.

[Artikel: US-Based Ringback Tones Gain Ground, Surpass $ 100 Million | via digitalmusicnews.com]


Apple ist bereits drittgrößter Retailer in den USA

So, jetzt ist es wieder amtlich. Apple hat Amazon überholt und liegt nun mit rund 10 % Marktanteil auf Platz 3 der größten Musikverkäufer in den USA. Wal-Mart ist noch immer Nummer eins, dicht gefolgt von BestBuy.com. Diese Zahlen zeigen wieder, wie intensiv der digitale Musikmarkt wächst und wie dramatisch der Absatz physischer Tonträger sinkt. Die Chain-Stores denken nun daran, den Platz für CDs ein bisschen einzuschränken und nur mehr auf die Top-Seller zu setzen. Schon komisch, weil geht man zu Wal-Mart findet man sowieso nur mehr eine äusserst kleine Auswahl an Tonträgern vor. Von alledem profitiert iTunes und mit dem vor einem Monat gestartetem iTunes Plus Angebot, das in nächster Zeit noch erweitert werden soll, kann man Apple wohl nur schwer davon abhalten, in nächster Zukunft alle physischen Retailer zu überholen und Nummer 1 zu werden.

[Arikel: Apple rises to No. 3 music seller in the US | via latimes.com]


netzonfire startet wieder!

So, ich bin wieder zurück aus Amiland. War interessant und spannend zugleich. Jetzt geht es in diesem Blog wieder um das, worum es immer ging. Und natürlich habe ich wieder die Sachen versäumt, die man nicht versäumen sollte: zum Beispiel das oder das (ich glaub, diese Plattform wird keiner vermissen), wobei aber das und das auch nicht so uninteressant war. Ja, und derweil hat sich auch gezeigt, dass diese Entscheidung auch keine schlechte war – sag ich jetzt mal so. Ab Morgen gibt es dann wieder wie gewohnt Artikel und Neuigkeiten zum Thema.