"Music is the brandy of the damned." (G.B.Shaw)

Digitale Musik ist gescheitert! – ist digitale Musik gescheitert?

Es ist jetzt schon ein paar Tage her, aber unlängst hat Mark Mulligan, Research Direktor und Digital Music Analyst bei Forrester Reserach einiges an Staub aufgewirbelt, als er in einem NYTimes-Artikel wie folgt zitiert wurde und als Vortragender bei der Midem verlautbart hat: „As Things stand now, Digital Music has failed“. Nach dieser Aussage hagelte es zahlreiche Kommentare (viele negative, aber auch positive) aus der Businesswelt. Und ich dachte mir auch, was hat er denn, läuft ja eh alles nicht so dermaßen schlecht, der digitale Musikmarkt wächst (wenn schon nicht so überbordend, wie es sich viele wünschen, aber er tuts, wobei wenn man sich den Gesamtmarkt ansieht, schauts ja nicht so rosig aus, aber ja…), Cloud-Services schießen aus den Boden, die DRM-Fronten bröckeln oder sind schon zum Teil gebröckelt, die EU will ein einheitliches Lizensierungsmodell – durchsetzen?, nein, so weit noch nicht, aber der Wille ist da -, dutzende Plattformen bieten dutzende Möglichkeiten an, seine Band zu promoten und zu marketieren, etc, etc…

Worauf Mulligan jetzt wirklich hinaus will, hat er in seinem Blog konkretisiert. Noch aufschlußreicher ist ein Interview, das im Rahmen der MidemNet nach seiner Präsentation gemacht wurde, in der er sein SPARC-Modell (social, participative, accesible, relevant, connecting) vorstellte und darüber Auskunft gibt, woran die Musikindustrie bzw. Digital Music seiner Meinung nach wirklich kränkelt.

[Why And How Digital Music Products Have Indeed Failed | Mark Mulligan’s Blog, Forrester Research]
[Music Industry Braces For The Unthinkable | NYTimes]
[Interview With Mark Mulligan, Forrester Research: Finding Industry’s Bright Sparc | via Youtube]


Noch eine Prognose für 2011

Deloitte.com hat auch noch eine Prognose für 2011 erstellt. Hier das Fazit und am Ende der Link zum Bericht.

Deloitte.com: „The next few years will probably remain challenging for music retailers. The one bright spot is that CD prices could rise over the medium term as dedicated CD buyers have fewer outlets to choose from. CDs could follow the path of vinyl LPs, which rose significantly in price following their exit from the mainstream.

Music fans who prefer CD audio quality might be willing to pay a higher price. However, price increases will not compensate for a continuing decline in unit sales; net revenues from recorded music will continue to decline.

Nevertheless, because recorded music provides crucial exposure for musicians, it is likely that record labels and other music promoters will continue to produce CDs – even at a loss.“

[Artikel: Pop goes Pop-up: Music retail goes seasonal and temporary | Deloitte.com]


Was 2011 passieren könnte?

Jason Feinberg (unter anderem Schreiberling bei Mediashift) hat in seinem Artikel 6 Prognosen für diese Jahr angestellt, die in aller Kürze wie folgt lauten:

1. A Major Label Shakeup
Vor allem EMI wird es laut Feinberg an den Kragen gehen – wobei das aber in letzten Jahren schon desöfteren zu hören war. Und NYTimes schreibt vor ca. 1 Woche, dass sich die Warner Music Group an verschiedene Investoren verkaufen lassen will – das soll die Investmentbank Goldman Sachs erledigen, die aber in der Zischenzeit parallel auch an einer Übernahme von EMI durch Warner arbeitet. Also kaufen oder gekauft werde, dass ist hier die Frage. Den Link zum Bericht bei der NYTimes hab ich am Ende des Artikels gepostet.

2. Indie Label Oppurtunity Grows
Da es Indies in der Regel nicht leicht haben, sollten sie aus der Not eine Tugend machen und sich auf ihre Stärken besinnen, die da wären Flexibilität aufgrund mangelnden „Humankapitals“ und flachen bis gar keinen Hierarchien, mit wenig Geld für wenig Geld arbeiten und obendrein noch bahnbrechende Ideen haben oder eine innovative Labelphilosophie betreiben, die das Bahnbrechende möglich macht und zu guter Letzt noch die richtigen strategischen Partnerschaften eingehen. Nun ja, war jetzt etwas überspitzt formuliert, aber was Feinberg meint, hören wir ja schon über die letzten Jahre hinweg immer wieder. Für einige Indies mag das ja alles stimmen, aber gibt es nicht auch genug Klein- und Kleinstlabels, die schon bei der „aus der Not eine Tugend machen“ scheitern. Und das mein ich jetzt überhaupt nicht negativ, aber….egal, ich will mich da jetzt nicht weiter ausführen…

3. Streaming Services Reach Critical Mass
Spotify, Mog, Rhapsody, Rdio, Pandora, Grooveshark, etc…. – den Streaming Services steht ein gutes Jahr bevor, so Feinberg. Apple könnte nach der Übernahme von Lala (keine Ahnung, inwieweit da Apple was vorhat) auch vorne mit spielen und aufgrund zusätzlicher Distributionskanäle – Handy, Autoradio, etc… – ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich diese Art der Konsumation (Stichwort: Cloud-Services) durchgesetzt hat.

4. Free Continues Moving Upwards
Aufgrund der Masse an legalen und illegalen freien Content, der im Netz umherschwirrt, werden Labels sowie Artists dazu gezwungen sein, ihre Policies zum Thema „Free Content“ zu überdenken (viele machen das ja ohnehin schon). Dieser Gedanke, so Feinberg, ist nicht neu, nur wird dies noch wichtiger werden, um die Kunden zukünftig dort hinzubekommen, wo sie hingehören, nämlich vor den „Pay“-Button.

5. The Essential Toolkit Solidifies
Digitalen Marketingmenschen stehen mittlerweile unzählige Plattformen zur Verfügung, die einmal mehr, einmal weniger, nutzbringend sind. Feinberg meint, dass sich in diesem Jahr die Spreu vom Weizen trennen könnte. Ganz vorn mit dabei könnte Topspin sein – Feinberg nützt mit seiner Agentur On Target Media selbst diese Plattform. Überdies ist Topspin mit dem Berklee College of Music eine Partnerschaft eingegangen – hier kann man in verschiedenen Onlinekursen lernen, wie man Topspin richtig einsetzt. Desweiteren: Bandcamp, Nimbit, Reverbnation, etc…. natürlich nicht zu vergessen Twitter und Facebook.

6. The Net Neutrality Debate Continues
Bitte selbst durchlesen => Update: Bin gerade auf einen Aritkel auf slate.com gestossen, wo es um die Thematik „Net Neutrality“ geht. Ergänzend zu Feinbergs Ausführung: (Artikel: Save The Internet By Doing Nothing | slate.com)

Feinbergs Schlußwort: „The key words moving forward are innovation and experimentation; most people have accepted the fact that we cannot force consumers to behave as they did in the past. Instead, we must seek to better understand our audience, foster stronger communication, and be willing to take leaps of faith on a regular basis.“

[Artikel: 6 Predictions for the Music Industry in 2011 | Mediashift]

[Artikel: Warner Music Plan – Buy or Be Bought | Dealbook.NYTimes]


Nokia „Comes with Music“ nur mehr in 6 Ländern verfügbar

Wie DownloadSquad berichtet, wird es Nokia’s Music Unlimited Service, das gemeinhin als „Comes With Music“ bekannt war, ab jetzt nur mehr in 6 (Indien, Brasilien, Türkei, China, Indonesien, Südafrika), statt wie bisher in  33 Ländern geben. Anscheinend war die Konkurrenz von Spotify und Itunes einfach zu groß. Nokia hat auch mitgeteilt, dass der OVI Music Store unangetastet bleiben wird. Tja….

[Artikel: Nokia Kills off Comes With Music in all but 6 countries | Downloadsquad.com]


MidemNet Lab – Die Gewinner

Auch heuer ging wieder die MidemNetLab im Rahmen der Midem über die Bühne, die soetwas wie ein Wettbewerb für StartUps ist, bei dem es darum geht, die innovativsten Projekte im Bereich „mobile applications“, „industry services (B2B)“ und „consumer services (B2C)“ zu küren. Ein österreichischer Teilnehmer, nämlich Play.fm schaffte es auch unter die 10 Finalisten. Wie es dort von statten ging, müsste man Georg Hitzenberger (Mastermind von Play.fm) fragen, der sich dort mit den anderen Teilnehmern gepitcht hat. Ich nehme an, die meisten von euch Play.Fm ohnehin kennen – wer nicht, sollte dort unbedingt mal vorbeischauen.

Anyway, also wer hat jetzt gewonnen. Also im Bereich mobile application hat Discovr gewonnen, ein „music discovery App“ für das Ipad, das von Jammbox entwickelt wurde. Der „consumer award“ geht an Shuffler.fm, ein Social Media Discovery Tool, über das Fans Musik in allen möglichen Blogs finden können oder wie es Shuffler.fm selbst ausdrückt:“The web is your player, bloggers are your dj’s“. Ja, auf den Punkt gebracht, find ich gut. Und zuletzt hat in der Kategorie B2B das StartUp NextBigSound gewonnen, ein „social analytics service“. Wie das funktionert, erklärt sich einigermaßen von selbst, einfach mal draufschauen.

[Link: MidemNetLab]


Back in the net!

Hallo Menschenschaften, nach einer mehr oder minder langen Abstinenz hab ich mich entschieden, den Blog wieder aufzunehmen, um euch wieder über Neuigkeiten, Streitereien, Schweinereien und nicht zuletzt über die interessanten Dinge der digitalen Musikwelt zu informieren. Wie regelmässig ich das betreiben werde, weiss ich ehrlich gesagt nicht- wie es halt gerade reingekommt, der Hot Shit. Kann sein, dass ich mehrmals am Tag etwas poste, kann sein, dass ich mal gar nix poste. Aber ja, so ist es halt mit dem bloggen.

Also, viel Spaß beim Lesen! Achja, für Kommentare und Feedback bin ich immer dankbar.