"Music is the brandy of the damned." (G.B.Shaw)

Review zum neuen MP3-Player von SanDisk und Yahoo

Gestern hatte ich es ja schon kurz angesprochen: SanDisk und Yahoo bringen in einer Partnerschaft einen neuen MP3-Player auf den Markt. Wired hat jetzt eine kurze Review zu Sansa Connect gepostet. Wer wissen will, ob der Player hält was er verspricht, liest am besten mal kurz nach.

[Review: SanDisk Sansa Connect MP3 Player | via listeningpost]


Der neue MP3-Player von SanDisk und Yahoo

sandisk.jpgNicht gerade eine neue Meldung, aber doch noch erwähnenswert scheint mir die neue Koop zwischen dem Hardware-Hersteller SanDisk und Yahoo. Gerade weil mir auch bei der Berichterstattung über diese Partnerschaft, die einen neuen MP3-Player namens „Sansa Connect“ zur Folge haben wird, aufgefallen ist, dass eben diese nicht so martialisch zu einem Kampf zweier Giganten hochgeschrieben wird, wie das der Fall war, als Microsoft seinen Zune ins Spielfeld gegen den iPod geschmissen hat. Gerade weil auch der Zune nicht wirklich viel mehr als der iPod kann. Auf jeden Fall nehmen sich die Medien ein bisschen zurück, wenn es um die Erfolgsvorhersage in Sachen „Sansa Connect“ geht. Vielleicht auch weil es bald gar keinen iPod-Killer mehr braucht, vielleicht auch deshalb, weil der hingeschriebene Showdown zwischen Apple und Microsoft letztendlich gar keiner war. Egal: was kann jetzt der neue MP3-Player namens „Sansa Connect“, was die anderen beiden nicht können? Mit dem neuen Player haben die User Zugriff auf den gesamten Yahoo-Musikdienst, ohne am PC hängen zu müssen, also endlich mal ein Player, mit dem man drahtlos auf Online-Dienste zugreifen kann, wenn es auch nur mal die von Yahoo sind. Die Verbindung funktioniert über WIFI-Hotspots. Natürlich geht das neue Ding auch als herkömmlicher MP3-Player durch. Im Moment nur in den USA auf den Markt, kommt der neue MP3-Player aber auch irgendwann nach Europa. Bin auf jeden Fall gespannt, ob dieser Player der Marktdominanz des iPods was anhaben kann. Im Februar hielt der iPod bei einem US-Einzelhandelsanteil von 73,9 Prozent.

[Artikel: iPod-Konkurrenz: MP3-Player von Yahoo und SanDisk kann drahtlos Musik herunterladen | via spiegel]


EU initiiert Kartellverfahren gegen Apple iTunes

Ich frage mich gerade, wann ich zuletzt eine Meldung aus der Musikbranche in so vielen Medien gelesen habe, wie es gestern der Fall war. Sogar im ORF-Teletext. Aber egal. Auf jeden Fall ist Apple heute wieder mal in aller Munde, denn die EU hat jetzt (wie erwartet) ein Kartellrechtsverfahren eingeleitet. Warum? Die EU sagt, dass iTunes aufgrund von territorialen Marktbeschränkungen EU-Wettbewerbsrecht verletzt. Und das mag die EU ja überhaupt nicht. Dem zugrunde liegen die einzelnen Online-Distribution Verträge, die Apple mit den Majors abgeschlossen hat. Das heisst, ein Österreicher kann nur im iTunes-Österreich Store einkaufen, nicht im französischen Pendant. Da hier auch noch zusätzlich verschiedene Preise pro Territory verlangt werden (pro Single, pro Album), verschärft dies das Problem auch noch. Die EU und zahlreiche Konsumentenschutzverbände aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden sehen hier einerseits Wettberwerbs, andererseits Konsumentenschutzrechte verletzt. Apple hat jetzt 2 Monate Zeit, um auf die bestehenden Probleme zu reagieren. Steve Dowling, Pressesprecher von Apple, meint dazu: „We don’t believe Apple did anything to violate EU law“. Auch Norwegen hat, wie ja schon mehrmals berichtet, gegen Apple ein Verfahren eingeleitet, wobei dies aber nichts mit der EU zu tun hat, weil Norwegen ja nicht mit von der EU-Partie ist. In diesem Fall geht es vor allem um das Kompatibilitätsproblem von iTunes/iPod mit anderen Herstellern. Aber da ja Apple sowieso nur mehr DRM-freie Audiofiles anbieten wird, könnte sich dieses Problem für Apple auch bald erledigt haben. Könnte man glauben. Wie ich es ja gestern verstanden habe, werden zwar die Audiofiles ohne DRM (also mal nur EMI-Content) verkauft werden, diese aber noch immer im AAC-Format. Zwar sagt EMI, die Betreiber vonOnlineshops können sich entscheiden, ob sie die Audiofiles in MP3, WMA oder AAC-Format verkaufen wollen: für Apple aber ist es wohl klar, für welches Format sie sich entscheiden werden. Was will ich damit sagen: ein Standard für Audiofiles wär ja auch mal wünschenswert. Ich denke mir nämlich, wenn man 10 Leute fragt, welches Audioformat sie sich in Verbindung mit Online-Musik „denken“, werden wahrscheinlich 9 Leute „MP3“ sagen.

[Artikel: EU opens antitrust probe in iTunes | via yahoonews]


Zuneverkäufe heben nicht ab – im Gegenteil

Noch hat Microsoft keine offiziellen Zahlen rausgegeben, aber laut Digital Music News sind die Verkäufe des Zune-Players bisher äusserst schwach. Um dies zu untermauern, hat die Digital Music News Research Group ein Monitoring durchgeführt, das die Installationshäufigkeit von Digital Music Applications zählte. Das Ergebnis für Zune: im November waren lediglich 0,05% und im Dezember 0,22% der untersuchten Computer mit Zune Marketplace bestückt. Im Vergleich dazu: bei iTunes waren das im November 25,83% und im Dezember 26,59%. Digital Music News schließt daraus, dass dem Ecoystem Zune/Zune Marketplace ein „bisschen der Markt ausgeht“…

Die Studie gibt auch Aufschluss über den Installations-Level von P2P-Clients: LimeWire ist dabei die Nummer eins, mit 18,92%. BearShare, Kazaa und Morpheus liegen unter 2%. Der BitTorrent-Client Azareus wird auch immer beliebter und liegt bei 3,13%.

[Artikel: Zune Marketplace Installation Levels Remain Low, Report | via digitalmusicnews]


Doch kein iPod-Killer

Letzte Woche kam Zune, der neue Audioplayer von Microsoft auf den Markt. Viel wurde schon im Vorfeld über die Einführung des MP3-Players gequatscht und von einigen Branchenvertretern als iPod-Killer hochstilisiert. Aber so einfach ists ja auch wieder nicht. Wired.com weiss auf jeden Fall 3 gute Gründe, warum der Zune kein iPod-Killer ist und wird.


Universal verklagt Myspace

Just ein paar Tage nachdem Doug Morris, oberster Boss von Universal Music, verlautbarte, dass er keine iPods, keine iPodder und überhaupt keine Leute mag, die MP3-Player haben, weil in diesen kleine Geräten sowieso nur gestohlene Mucke läuft, kommt nun der nächste Streich: Universal klagt Myspace wegen Copyright-Verletzungen.  Bitte mich jetzt nicht falsch verstehen. Nicht, weil ich Myspace so gerne mag, ganz im Gegenteil, sondern weil ich es einfach ärgerlich finde, wie die Spiele gespielt werden. Hat die Industrie jahrlang jahrelang Realitätsverweigerung betrieben, versucht sie jetzt mit allen Mitteln, dass Ruder herumzureissen und alles zu klagen, was nicht niet- und nagelfest ist. Ganz zu schweigen davon, dass man es sich schlichtweg nicht bieten lassen soll, als Dieb zu tituliert werden. Natürlich ist es auch klar, dass die Myspace-Klage ein kleines Strategiespielchen von Universal ist, aber muss das den immer nur so sein? Geht das auch nicht anders? Wenn ich Universal wäre, würd ich mein grösstes PR-Ass im Ärmel (=> Myspace) nicht verklagen. Aber what shells? Irgendwie auch lustig: Morris gegen Murdoch (quasi). Das letzte Aufbäumen der Musikindustrie gegen ihren drohenden Verfall. Aber die Klage gegen Myspace wird ja nicht die erste und letzte sein….


MP3 Player weiter im Hoch

Mittlerweile ist es auch schon bis zu den Netz-Verweigerern vorgedrungen: der von Microsoft entwickelte Audioplayer Zune kommt nächste Woche auf den Markt und wird voraussichtlich bei der Zielgruppe gnadenlos durchfallen. Das meint zumindest die US-Presse. Im Grunde genommen kann Zune all das (oder all das nicht), was andere Player können. Jedoch war klar, dass es mit der Interoperabilität wiedermal scheisse aussieht. Und sogar noch ein bisschen heftiger, als bei Apple oder Samsung.  Anyway. Ich bleib bei meinem Sonyapparat.
Jedoch wird der Audioplayer-Zunft insgesamt einige rosige Zukunft vorausgesagt, denn laut Jupiter-Research, dem quasi New-Media Orakel von Delphi, werden 2011 rund 100 Millionen Leute MP3-Player besitzen. Und in den nächsten zwei Jahren soll auch dem iPod keiner seine Vorherrschaft streitig machen können. Na dann.