"Music is the brandy of the damned." (G.B.Shaw)

Apple bietet nun allen Content-Partnern DRM-freie Variante an

Bekanntlich hatte EMI vor rund zwei Wochen angekündigt, dass sie ihren Content künftig ohne DRM anbieten wollen. Dieses Vorhaben will EMI gemeinsam mit Apple umsetzen. Daraufhin haben sich viele gefragt, ob iTunes auch allen anderen Content-Partnern die DRM-freie Variante anbieten wird. Jetzt ist es anscheinend soweit, denn Apple hat folgende Aussendung an seine Partner getätigt: „Many of you have reached out to iTunes to find out how you can make your songs available higher quality and DRM-free. Starting next month, iTunes will begin offering higher-quality, DRM-free music and DRM-free music videos to all customers“. Da dürften wohl einige Labels grosses Interesse an der DRM-freien Variante bekundet haben. Ein fahler Beigeschmack bleibt aber weiterhin, der sich auch nicht so schnell verflüchtigen wird: auch wenn alle iTunes-Files ohne Fairplay-DRM angeboten werden, sind sie halt doch nur im AAC-Format erhältlich, was wiederum für Nicht-iPod Besitzer doch sehr „ungünstig“ ist. Naja. Jobs hat auch noch erklärt, dass bis zum Jahr 2008 über 50% des iTunes-Katalogs ohne DRM erhältlich sein soll.

[Artikel: Apple Offers DRM-Free Option To All Content Partners | via listeningpost]

[Artikel: Apple Notifies Partners: DRM-free Music and DRM-free Music Videos Soon | via macrumors]

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Sind höhere Preise am digitalen Musikmarkt sinnvoll?

Billboard fragt heute, ob höhere Preise, die da wahrscheinlich am Kommen bzw. schon gekommen sind, am digitalen Musikmarkt wirklich sinnvoll sind und ob dies beim Konsumenten wirklich zu einer breiten Akzeptanz nicht nur des Angebots, sondern des gesamten Marktes führen kann? Höhere Preise, wie sie ab Mai Apple und EMI für DRM-freie Songs verlangen werden, haben ja nur dann Sinn, wenn dem Konsument etwas verkauft wird, was er vorher nicht hatte. Natürlich lässt sich das im Falle von Apple so argumentieren, dass der Konsument eben jetzt Audiofiles ohne DRM und in höherer Qualität kaufen kann. Das Online-Portal Rhapsody argumentiert so, dass in den letzten 5 Jahren der Basic-Subscription Preis mit 9,99 Dollar immer gleich blieb, das Angebot im selben Zeitraum aber verzehnfachte. Die Frage ist jetzt nur, ob der Konsument DRM-freier Musik wirklich den Wert beimisst, den Apple in Form der Premium-Downloads dann als Mehrwert verkaufen will? Und ob das als Mehrwert verkauft werden kann, dass zwar vorher nicht da war, aber jetzt wo es da ist, ja eigentlich kein Mehrwert ist, sondern eigentlich dass, was man sich von einem Online-Portal erwarten sollte? Dabei geht es jetzt nicht darum – wie Billboard meint – , dass das billigste Angebot das Rennen machen wird, sondern es geht eher darum, was für den Konsumenten einen Mehrwert darstellt und in welcher Form man diesen an den Konsumenten bringt. Mehr dazu im Artikel.

[Artikel: Higher digital music prices not a good deal | via yahoonews]


Jetzt ist es offiziell. EMI verzichtet auf DRM!

Jetzt ist es offiziell. EMI hat heute Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Apple bekannt gegeben, dass sie der erste Major sein werden, der in Zukunft auf Digital Rights Management verzichtet. Und zwar soll das so aussehen, dass sogenannte Premium Downloads in 256kpbs Qualität und AAC-Format angeboten werden. Kostenpunkt liegt bei 1,29 Dollar. Desweiteren sollen auch noch Tracks mit deutlich schlechterer Qualität von 128kpbs angeboten werden, die weiterhin um 0,99 Dollar zu haben sein werden. Außerdem werden diese Files weiterhin mit DRM angeboten. Ich frage mich, ob die übrigen Majors hier auch mitziehen werden oder ob sie noch abwarten werden, wie die generelle Resonanz in der Musikbranche sein wird und wie sich die Verkäufe entwickeln werden. Ja, spannend ist das. Achja, natürlich ist Apple der erste Download-Store, der EMI-Content ohne DRM verkaufen wird. Undzwar ab Mail.

[Artikel: EMI Drops DRM Across Entire Repertoire, High-Quality Audio, Apple First | via paidcontent]

[Press Release: EMI Muisc Launches DRM-free superior sound quality downloads across its entire digital repertoire | via emi]


Gerücht: Was planen EMI und Apple?

Gerade eben lese ich, dass heute eine Pressekonferenz von EMI und Apple (mit Jobs höchstpersönlich) abgehalten wird. Da kann es eigentlich nur um was höchst interessantes gehen, wenn sich diese beiden Unternehmen gemeinsam vor die Presse setzen. Einigen Spekulationen zufolge, soll es entweder um das gesamte Beatles-Ouvre gehen, dass es bisher noch nicht in die (legale) Online-Welt geschafft hat oder es kommt wirklich zum Knalleffekt und EMI kündigt an, ihren Katalog über iTunes zukünftig ohne DRM zu verkaufen. Das wäre nun wirklich eine Überraschung, vor allem weil es in den letzten Wochen zum Thema DRM fast keine Neuigkeiten bzw. Bewegungen gab. Bisher wurde nur verraten, dass die Pressekonferenz abgehalten wird, weil EMI und Apple ein „exciting new deal offering“ verkünden wollen. Ich bin gespannt, was da kommen wird. [via fiveeightdailybulletin]

[Artikel: EMI Music, Apple CEO Jobs May Expand Online Music Partnership | via Bloomberg]

[Artikel: Apple and EMI plan joint annoucement Monday | via macworld]


[Artikel: EMI, Apple ‚deal on music locks‘ | via bbcnews]


Musicload setzt auf MP3s und will kein DRM mehr…

Erst kürzlich hat sich der deutsche Download-Anbieter musicload, schärfster Konkurrent von iTunes am deutschen Markt, gegen DRM ausgesprochen und lanciert mit „Comeback von MP3“ eine kleine PR-Kampagne gegen DRM-verseuchte Musicfiles. Angeblich häufen sich laut musicload-Managern die Beschwerden über kopiergeschützte Files, die auf der Plattform angeboten werden. Musicload hat eine erste Kooperation mit dem Berliner Label Four Music (Fantastischen 4) über die Bühne gebracht. Das Fanta-Label bietet seinen Katalog bei musicload nur mehr im MP3-Format an und konnte somit seit der Umstellung 40% mehr absetzen. Andere Indies sind auch schon auf den Zug aufgesprungen. Wie nicht anders zu erwarten, zögern die Majors noch. Wenn diese noch weiter nur Versuchsballons starten und ein einziges Album in MP3-Format zum Download anbieten und dann versuchen, daraus Schlüsse zu ziehen, ob dies auch dem Geschäftsmodell gut zu Gesichte steht, dann wirds wohl bald zu spät sein. Oder andersrum: dann werden sich die Prognosen für die nächsten Jahre wohl nicht erfüllen.

[Artikel: Musicload will DRM loswerden | via heise]

[Artikel: Musicload: 75% of customer service  problems caused by DRM | via arstechnica]


Können sich die Majors selbst aus der Krise befreien?

Hypebot stellte diese Woche die Frage, ob sich die Majors selbst aus der Krise befreien können. Nun ja, die Aktienkurse von Warner sanken diese Woche um 20%, die von EMI um rund 12%. Und die Forecasts für die nächsten Monate lassen auch nichts Gutes für die Majors hoffen. Wie schon seit einigen Wochen rumort wird, durchlebt gerade die EMI eine ihrer größten Umstrukturierungen. Laut SkyNews will die EMI in Zukunft vermehrt auf ihren Publishing-Arm setzen. Die „Recorded Music Division“ soll angeblich verkauft werden. Dadurch sollen Kosten reduziert werden und der Aktienkurs angekurbelt werden. Auch die EMI war es, die kurz nach Steve Jobs offenen Brief, in die Schlagzeilen kam. Warum? Angeblich soll die EMI einigen Online-Stores das Angebot gemacht haben, ob diese nicht ihren Musikkatalog in MP3-Format verkaufen wollen. Apple wurde das Angebot nicht gelegt. Bevor dann EMI den Deal mit Napster und Rhapsody ankündigen konnte, kam Jobs mit seinen „Thoughts on Music“.
Achja, um noch kurz auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Hypebot schlägt vor, dass die Majors nicht nur ihre Geschäftsmodell überdenken sollten, sonder sie sollten auch dazu übergehen, ihre Personalpolitik etwas zu ändern: junge, passionierte Menschen, die für ihre Band sogar sterben würden und die auch ohne Privatjet auskommen, könnten den Majors zu neuen Impulsen verhelfen, so Hypebot.

[Artikel: Another Look On Apple And DRM | via latimes]


Europäische Musikindustrie unzufrieden mit DRM

Laut Jupiter Research glaubt rund 61% der europäischen Musikindustrieverantwortlichen, dass der Verzicht auf DRM die Verkäufe am digitalen Markt ankurbeln könnte. 11% hingegen glauben, dass der Verzicht auf DRM eine Bedrohung für die Musikindustrie darstellen könnte. Jupiter kommt laut Hypebot auf eine interessante Schlußfolgerung: während die Konsumenten DRM aufgrund der rigiden Einschränkung der Nutzungsrechte ablehnen, hängt die Unzufriedenheit mit DRM bei der Musikindustrie mit Apples Dominanz am digitalen Musikmarkt zusammensammen. James McQuivey, Chefanalyst von Jupiter Research meint, dass im Jahr 2007 eines der Major-Labels DRM aufgeben wird (ist wohl die EMI gemeint). Und für all jene, die glauben, dass in einer DRM-freien Welt die absolute Anarchie ausbrechen wird hat McQuivey eine gute Nachricht: „There’s no evidence it’s going to suddenly ignite a new firestorm of piracy and anarchy.“

[Artikel: Majority Of European Music Industry Says Drop DRM It Won’t Hurt Revenues | via hypebot]

[Artikel: European Music Execs Dissatisfied With DRM | via yahoo]