"Music is the brandy of the damned." (G.B.Shaw)

Universal verlängert iTunes-Vertrag nicht

Nachdem EMI vor einigen Monaten entschieden hat, auf DRM zu verzichten, verzichtet jetzt die Universal Music Group auf eine Vertragsverlängerung mit iTunes. Keine Angst: Universal-Songs soll es weiterhin bei iTunes geben, nur will sich der grösste Musikkonzern die Option freihalten, auch mit anderen Online-Anbietern außer Apple zusammenzuarbeiten. Deshalb soll es keinen exklusiven Vertrag mehr mit iTunes geben, sondern nur ein „at will agreement“, d.h. so quasi von Monat zu Monat soll der Vertrag verlängert werden. Will Universal damit ein bisschen Druck auf iTunes ausüben, um bessere Vertragskonditionen zu bekommen (laut Coolfer meint das die New York Times)? Wahrscheinlich ja, vielleicht auch nein. Vielleicht geht es auch primär darum, das Apple – „quasi“ – Monopol ein bisschen aufzubrechen, wenn der gesamte Universal-Katalog jetzt mal auf anderen Plattformen angeboten wird. Und das kann Apple auch nicht wirklich recht sein. Überhaupt wenn Universal DRM droppt und die Tracks im MP3-Format exklusiv auf anderen Plattformen anbietet. Das könnte für Apple ein bisschen die guten Verkäufe hinunterschrauben. Wie Hypebot meint, ist Universal im Moment noch der einzige Major, der gegen Apple „antritt“. Interessant ist das alles und viel gibt es wieder zu rumoren.

[Artikel: Universal – Dissonanz im iTunes-Chor | via fuzo]

[Artikel: Universal Threatens iTunes Exit | via hypebot]

[Artikel: Universal Music Group Seeks Leverage, Forgoes Contract With iTunes | via coolfer]

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Apple ist bereits drittgrößter Retailer in den USA

So, jetzt ist es wieder amtlich. Apple hat Amazon überholt und liegt nun mit rund 10 % Marktanteil auf Platz 3 der größten Musikverkäufer in den USA. Wal-Mart ist noch immer Nummer eins, dicht gefolgt von BestBuy.com. Diese Zahlen zeigen wieder, wie intensiv der digitale Musikmarkt wächst und wie dramatisch der Absatz physischer Tonträger sinkt. Die Chain-Stores denken nun daran, den Platz für CDs ein bisschen einzuschränken und nur mehr auf die Top-Seller zu setzen. Schon komisch, weil geht man zu Wal-Mart findet man sowieso nur mehr eine äusserst kleine Auswahl an Tonträgern vor. Von alledem profitiert iTunes und mit dem vor einem Monat gestartetem iTunes Plus Angebot, das in nächster Zeit noch erweitert werden soll, kann man Apple wohl nur schwer davon abhalten, in nächster Zukunft alle physischen Retailer zu überholen und Nummer 1 zu werden.

[Arikel: Apple rises to No. 3 music seller in the US | via latimes.com]


Wird Apple bald ein Subscription-Service launchen?

Bei Apple ist wieder was im Busch, glaubt man den Berichten von Mediabiz. Leos Ottolenghi, Chef von Intent Media Works, hat verkündet, dass Apple in den nächsten sechs Monaten ein „music subscription service“, also ein Abo-Modell ähnlich wie bei emusic.com launchen könnte. Dieses Gerücht wurde Ottolenghi bei einem Meeting mit Apple-Menschen gesteckt. ListeningPost geht deshalb wieder davon aus, dass das neue Abo-Modell vielleicht basierend auf P2P-Technologie entwickelt werden könnte, weil eben Intent Media Works eine Content-Distribution Firma ist, die mit P2P-Technologie arbeitet. Der einzige Pferdefuß dabei ist aber, dass Apple einen neuen iPod herausbringen müsste, da ein Subsrciption-Service mit den derzeitigen Hardware Komponenten nicht funktionieren würde. Hingegen würde iPhone, dassja nicht nur Handy, sondern auch ein Musikplayer ist, diese Eigenschaften mit sich bringen. Andere Stimmen meinen wieder, dass Steve Jobs eher ein Miet/Abo-System mit Apple-TV (ähnlich wie Netflix) auf den Markt bringen könnte und kein „music subsrciption service“ launchen wird. Darüber, wie ein Apple-Abosystem aussehen könnte, wird wahrscheinlich in den nächsten Wochen noch mehr diskutiert werden, denn ob es Sinn macht, ein Abo-System der Marke Rhapsody oder Napster zu entwicklen, ist eher zweifelhaft, denke ich mir.

[Artikel: Apple changes its iTune? | via mediabiz]

[Artikel: Apple Could Launch Subscription Service for the iPhone | via listeningpost]


Sind höhere Preise am digitalen Musikmarkt sinnvoll?

Billboard fragt heute, ob höhere Preise, die da wahrscheinlich am Kommen bzw. schon gekommen sind, am digitalen Musikmarkt wirklich sinnvoll sind und ob dies beim Konsumenten wirklich zu einer breiten Akzeptanz nicht nur des Angebots, sondern des gesamten Marktes führen kann? Höhere Preise, wie sie ab Mai Apple und EMI für DRM-freie Songs verlangen werden, haben ja nur dann Sinn, wenn dem Konsument etwas verkauft wird, was er vorher nicht hatte. Natürlich lässt sich das im Falle von Apple so argumentieren, dass der Konsument eben jetzt Audiofiles ohne DRM und in höherer Qualität kaufen kann. Das Online-Portal Rhapsody argumentiert so, dass in den letzten 5 Jahren der Basic-Subscription Preis mit 9,99 Dollar immer gleich blieb, das Angebot im selben Zeitraum aber verzehnfachte. Die Frage ist jetzt nur, ob der Konsument DRM-freier Musik wirklich den Wert beimisst, den Apple in Form der Premium-Downloads dann als Mehrwert verkaufen will? Und ob das als Mehrwert verkauft werden kann, dass zwar vorher nicht da war, aber jetzt wo es da ist, ja eigentlich kein Mehrwert ist, sondern eigentlich dass, was man sich von einem Online-Portal erwarten sollte? Dabei geht es jetzt nicht darum – wie Billboard meint – , dass das billigste Angebot das Rennen machen wird, sondern es geht eher darum, was für den Konsumenten einen Mehrwert darstellt und in welcher Form man diesen an den Konsumenten bringt. Mehr dazu im Artikel.

[Artikel: Higher digital music prices not a good deal | via yahoonews]


EU initiiert Kartellverfahren gegen Apple iTunes

Ich frage mich gerade, wann ich zuletzt eine Meldung aus der Musikbranche in so vielen Medien gelesen habe, wie es gestern der Fall war. Sogar im ORF-Teletext. Aber egal. Auf jeden Fall ist Apple heute wieder mal in aller Munde, denn die EU hat jetzt (wie erwartet) ein Kartellrechtsverfahren eingeleitet. Warum? Die EU sagt, dass iTunes aufgrund von territorialen Marktbeschränkungen EU-Wettbewerbsrecht verletzt. Und das mag die EU ja überhaupt nicht. Dem zugrunde liegen die einzelnen Online-Distribution Verträge, die Apple mit den Majors abgeschlossen hat. Das heisst, ein Österreicher kann nur im iTunes-Österreich Store einkaufen, nicht im französischen Pendant. Da hier auch noch zusätzlich verschiedene Preise pro Territory verlangt werden (pro Single, pro Album), verschärft dies das Problem auch noch. Die EU und zahlreiche Konsumentenschutzverbände aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden sehen hier einerseits Wettberwerbs, andererseits Konsumentenschutzrechte verletzt. Apple hat jetzt 2 Monate Zeit, um auf die bestehenden Probleme zu reagieren. Steve Dowling, Pressesprecher von Apple, meint dazu: „We don’t believe Apple did anything to violate EU law“. Auch Norwegen hat, wie ja schon mehrmals berichtet, gegen Apple ein Verfahren eingeleitet, wobei dies aber nichts mit der EU zu tun hat, weil Norwegen ja nicht mit von der EU-Partie ist. In diesem Fall geht es vor allem um das Kompatibilitätsproblem von iTunes/iPod mit anderen Herstellern. Aber da ja Apple sowieso nur mehr DRM-freie Audiofiles anbieten wird, könnte sich dieses Problem für Apple auch bald erledigt haben. Könnte man glauben. Wie ich es ja gestern verstanden habe, werden zwar die Audiofiles ohne DRM (also mal nur EMI-Content) verkauft werden, diese aber noch immer im AAC-Format. Zwar sagt EMI, die Betreiber vonOnlineshops können sich entscheiden, ob sie die Audiofiles in MP3, WMA oder AAC-Format verkaufen wollen: für Apple aber ist es wohl klar, für welches Format sie sich entscheiden werden. Was will ich damit sagen: ein Standard für Audiofiles wär ja auch mal wünschenswert. Ich denke mir nämlich, wenn man 10 Leute fragt, welches Audioformat sie sich in Verbindung mit Online-Musik „denken“, werden wahrscheinlich 9 Leute „MP3“ sagen.

[Artikel: EU opens antitrust probe in iTunes | via yahoonews]


Jetzt ist es offiziell. EMI verzichtet auf DRM!

Jetzt ist es offiziell. EMI hat heute Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Apple bekannt gegeben, dass sie der erste Major sein werden, der in Zukunft auf Digital Rights Management verzichtet. Und zwar soll das so aussehen, dass sogenannte Premium Downloads in 256kpbs Qualität und AAC-Format angeboten werden. Kostenpunkt liegt bei 1,29 Dollar. Desweiteren sollen auch noch Tracks mit deutlich schlechterer Qualität von 128kpbs angeboten werden, die weiterhin um 0,99 Dollar zu haben sein werden. Außerdem werden diese Files weiterhin mit DRM angeboten. Ich frage mich, ob die übrigen Majors hier auch mitziehen werden oder ob sie noch abwarten werden, wie die generelle Resonanz in der Musikbranche sein wird und wie sich die Verkäufe entwickeln werden. Ja, spannend ist das. Achja, natürlich ist Apple der erste Download-Store, der EMI-Content ohne DRM verkaufen wird. Undzwar ab Mail.

[Artikel: EMI Drops DRM Across Entire Repertoire, High-Quality Audio, Apple First | via paidcontent]

[Press Release: EMI Muisc Launches DRM-free superior sound quality downloads across its entire digital repertoire | via emi]


Gerücht: Was planen EMI und Apple?

Gerade eben lese ich, dass heute eine Pressekonferenz von EMI und Apple (mit Jobs höchstpersönlich) abgehalten wird. Da kann es eigentlich nur um was höchst interessantes gehen, wenn sich diese beiden Unternehmen gemeinsam vor die Presse setzen. Einigen Spekulationen zufolge, soll es entweder um das gesamte Beatles-Ouvre gehen, dass es bisher noch nicht in die (legale) Online-Welt geschafft hat oder es kommt wirklich zum Knalleffekt und EMI kündigt an, ihren Katalog über iTunes zukünftig ohne DRM zu verkaufen. Das wäre nun wirklich eine Überraschung, vor allem weil es in den letzten Wochen zum Thema DRM fast keine Neuigkeiten bzw. Bewegungen gab. Bisher wurde nur verraten, dass die Pressekonferenz abgehalten wird, weil EMI und Apple ein „exciting new deal offering“ verkünden wollen. Ich bin gespannt, was da kommen wird. [via fiveeightdailybulletin]

[Artikel: EMI Music, Apple CEO Jobs May Expand Online Music Partnership | via Bloomberg]

[Artikel: Apple and EMI plan joint annoucement Monday | via macworld]


[Artikel: EMI, Apple ‚deal on music locks‘ | via bbcnews]