"Music is the brandy of the damned." (G.B.Shaw)

Apple sorgt mit neuen Subscription-Modell für Aufregung bei Abo-Musikdiensten

Diese Woche appled es  ja ganz ordentlich. Nachdem Montag ziemlich 🙂 konkrete Pläne für ein Musik-Service im Rahmen der Neugestaltung von MobileMe verlautbart wurden, hat Steve Jobs gestern ein neues Subscription-Modell für Content-based Apps vorgestellt, das nun für Aufregung sorgt. Warum? Content-Provider wie beispielsweise Spotify oder Rhapsody, also Subscription-based Musikservices müssen 30% Gebühr an Apple zahlen, wenn ein Abo über ein App abgeschlossen wird. Soweit, so gut. Wo liegt das Problem? Genau hier: Lade ich mir ein App von MOG runter, bin aber noch nicht Abonnent, finde ich einen Link im App vor, der mich auf die MOG-Website leitet. Dort kann ich mich dann als MOGger registrieren und bezahlen. Dann kann ich über das App die Songs streamen. Jetzt soll aber alles sofort über das App erfolgen. Dafür werden dann die Gebühren fällig. Keine Extrawürstel mehr, wie Links in den Apps zu der Webseite eines Musikservices, um ein Abo abzuschließen. Es muss alles innerhalb des Apps geschehen.

Okay, aber wer soll das bezahlen, fragen sich Vertreter diverser Streaming-Services bzw. wie sollen sie auf diese neuen Spielregeln antworten? Preise der Apps erhöhen oder den Content-Zulieferen weniger bezahlen? Oder gleich auf Apps verzichten, wobei diese aber für die Hälfte der Neukundenzugänge verantwortlich sind? Letzten Endes werden die Labels die Rechnung präsentiert bekommen, so ein Vertreter eines Musikservices, der natürlich anonym bleiben möchte: „The labels are going to have to absorb this, otherwise nobody is going to be able to have an app. The margins that all of us make are smaller than 30%. We can’t lose money every time somebody signs up. It’s impossible. Everyone’s going to have to raise their prices. We need to speak with one voice to the labels and say ‚If you don’t absorb this we’re all shutting our apps off.‘ They need all of us in the marketplace. They’re betting a big part of their future on subscription businesses.“ Das kann doch jetzt bitte nicht wahr sein, oder? Aber halt: da gibt es ja noch jemanden. Ein unliebsames Geschöpf, gemeinhin als Künstler bekannt. Gut, die Antwort auf die einleitende Frage (des 2. Absatzes) hat sich schon erledigt.

[Artikel: Apple’s New Subscription Rules Could Kill Streaming Music Services| Billboard.biz]

[Artikel: Is Apple’s subscription plan subpar for publishers? | YahooNews]

[Artikel: Apple Launches Content Subscriptions, Era of the Conversion Battle | Evolver.fm]

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MidemNet Lab – Die Gewinner

Auch heuer ging wieder die MidemNetLab im Rahmen der Midem über die Bühne, die soetwas wie ein Wettbewerb für StartUps ist, bei dem es darum geht, die innovativsten Projekte im Bereich „mobile applications“, „industry services (B2B)“ und „consumer services (B2C)“ zu küren. Ein österreichischer Teilnehmer, nämlich Play.fm schaffte es auch unter die 10 Finalisten. Wie es dort von statten ging, müsste man Georg Hitzenberger (Mastermind von Play.fm) fragen, der sich dort mit den anderen Teilnehmern gepitcht hat. Ich nehme an, die meisten von euch Play.Fm ohnehin kennen – wer nicht, sollte dort unbedingt mal vorbeischauen.

Anyway, also wer hat jetzt gewonnen. Also im Bereich mobile application hat Discovr gewonnen, ein „music discovery App“ für das Ipad, das von Jammbox entwickelt wurde. Der „consumer award“ geht an Shuffler.fm, ein Social Media Discovery Tool, über das Fans Musik in allen möglichen Blogs finden können oder wie es Shuffler.fm selbst ausdrückt:“The web is your player, bloggers are your dj’s“. Ja, auf den Punkt gebracht, find ich gut. Und zuletzt hat in der Kategorie B2B das StartUp NextBigSound gewonnen, ein „social analytics service“. Wie das funktionert, erklärt sich einigermaßen von selbst, einfach mal draufschauen.

[Link: MidemNetLab]


Der iPhone-Effect…

Es war ja heute gar nicht zu übersehen, sei es weil es sogar der ORF bringt, sei es weil irgendwie alles darüber spricht – oder darauf noch immer wartet. Über was? Natürlich über das iPhone. Das Gerät gibt es nämlich ab heute in den amerikanischen Läden zu kaufen. Und da erwartet sich der geneigte Verwender ja einiges davon. Schon komisch, denn was das iPhone kann, können andere schon lange – meinen die einen. Die anderen sagen wiederum, dass das iPhone „ein durch proprietäre Software und digitale Restriktionen verkrüppeltes Produkt“ ist – so Peter Brown, Direktor der Free Software Foundation, jene Organisation, die quasi zum Releasetermin des iPhones die neuste Version (Nummer 3) der GNU, General Public License veröffentlicht. Also auch ein nicht so uninteressantes Ereignis. Aber am neugierigsten bin ich doch, ob das iPhone dem gesamten digitalen Musikkmarkt einen kleinen Anschub verpassen kann, also genau das, was sich zumindestens die Musikindustrie vom neuen Wundergerät erhofft hat, denn die setzt immer mehr auf Mobile Music, denn die Umsätze am digitalen Musikmarkt lassen hoffen, der Markt wächst aber nicht so rasant, wie gewünscht. Deshalb: Wunderwaffe iPhone. (Dabei scheint es aber Steve Jobs ein wenig ruhiger anzugehen, denn er peilt gerade mal die 10 Millionen Marke an, vielmehr will er offenbar nicht verkaufen.) Wie immer muss man da vorsichtig sein, denn die Analysen, wonach der mobile Musikmarkt einen kräftigen Schub braucht, sind mal auf die USA anzuwenden, wo hauptsächlich Ringtones downgeloadet werden, und Full-Track Downloads noch nicht so der grosse Renner sind. Um das gehts hier vornehmlich. Noch dazu ist Apple in den USA so dominant, wie noch nie (siehe Story „Apple drittgrösster Retailer in den USA). Die Frage drängt sich auch hier wieder auf, ob es für den Markt nicht gesünder wäre, wenn es mal wer mit Apple aufnehmen könnte. Egal. Auf jeden Fall ist es abzuwarten, ob das iPhone der Schlüssel für den mobilen Musikmarkt sein kann/werden wird. „Probleme“ haben schon einige Leute jetzt mit dem iPhone: abgesehen vom hohen Preis sind die Kunden dazu gezwungen, einen zweijährigen Vertrag mit dem Netzanbieter AT&T abzuschliessen, der mit Apple einen exklusiven Deal vereinbart hat. (Wie das dann in Europa aussieht, werden wir 2008 sehen). Kunden haben also hier nicht die Qual der Wahl, zu welchem Tarif sie das Gerät nützen können, sondern müssen das nehmen, was Apple und AT&T anbieten. Und weiter: es ist ein iPod integriert, dass iPhone unterstützt aber (noch) nicht die 3G Technologie (also UMTS), also keine Rede von Over-The-Air-Downloads. Adam Sexton, Marketingchef bei Groove Mobile meint zum viel herbeigewünschten iPhone-Effect: „I don’t think the iPhone is going to be the game changer that people are predicting“. Ob das iPhone einen vergleichbaren Impact auf den mobilen Musikmarkt haben wird, wie das der iPod im Falle des Digital Music Marktes schaffte, bezweifeln also viele. Überhaupt wenn Apple wieder so ein geschlossenes System – wen wunderts aber? – baut, wie es beim iPod/iTunes der Fall war.

[Artikel: Das iPhone – ein „verkrüppeltes Produkt“ | via fuzo]

[Artikel: iPhone – die wichtigsten Pros und Kontras | via derstandard]

[Artikel: Music industry hopes, for yet fears, the iPhone effect | via reuters]


Ringback Tones legen auch in den USA zu…

Laut PricewaterhouseCoopers haben sich auch die Zahlen am Mobile Musikmarkt rasant entwickelt. Konnten im Jahr 2005 ca. 35 Millionen Dollar mit Ringtones umgesetzt werden, waren es 2006 schon 100 Millionen Dollar. Bis zum Jahr 2011 soll sich der Umsatz noch vervierfachen. Aber wie es sich ja schon so oft gezeigt hat, kann man diese Zahlen wieder äusserst schwer auf Europa umlegen, geschweige denn auf Asien, wo zwischen 95 und 98 % der digitalen Musikverkäufe auf das Mobile getätigt werden. Alles in allem lässt sich in den USA (und zum Teil auch Europa) nicht so viel Geschäft mit Ringtones machen wie in Asien, wo die Nachfrage oft am explodieren ist. In Europa legen die Full-Track Downloads auch immer mehr zu, siehe zB Ifpi-Report 07. Weitere Infos gibt es bei Digitalmusicnews.com.

[Artikel: US-Based Ringback Tones Gain Ground, Surpass $ 100 Million | via digitalmusicnews.com]


EMI Boss Eric Nicoli über Mobile Music…

Weil ich gestern kurz das Thema „Mobile Music“ angerissen habe, bleibe ich auch heute dabei: Eric Nicoli, Oberboss von EMI, hat in seiner Keynote bei der CTIA Wireless 2007 Convention über die Möglichkeiten und Chancen des Mobile Music Marktes gesprochen. Die News kommt von Billboard, wobei mich gleich mal die Einleitung von Antony Bruner zum schmunzeln gebracht hat: „Put a label head in front of a wireless industry audience these days and they’ll be happy to tell you what’s wrong with mobile music.“ Da hat er wohl recht ;). Auf jeden Fall spricht Nicoli desweiteren über die Dinge, die seiner Meinung nach auf diesem Sektor verbessert werden müssten: „make wireless phone and services easier to afford, use and understand“. Als Best-Practice Beispiel nennt er Apple, weil sie auf den Konsumenten hören und ihm das geben, was er will, nicht was die Technologie leisten kann. Mich wundert, warum Nicoli der Auffassung ist, dass Apple das Thema „Kundenbindung“ quasi gepachtet hat. Dass lässt auch die böse Vermutung aufkommen, dass sich die EMI wohl noch nicht intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat bzw. das hier wirklich „One-Way“ gedacht wird, wurde. Vor allem wenn im Jahre 2007 davon gesprochen wird, dass man sich wohl mehr um die Konsumenten kümmern sollte.

Update: EMI und Nokia haben jetzt bekannt gegeben, dass sie eine Partnerschaft eingehen werden, die vornehmlich auf die Vermarktung von EMI-Artists in Nokia Retail Outlets abzielt. Also: wenn ihr mal in den USA in ein Nokia Geschäft geht und ein neues Mobiltelefon kaufen wollt, kann es leicht passieren, dass euch EMI-Bands quasi auf Schritt und Tritt um die Ohren wacheln.

[Artikel: EMI CEO Challenges Mobile Industry | via billboard.biz]

[Artikel: EMI, Nokia Strike Retail-Focused Mobile Marketing Pact | via digitalmusicnews]


Sind Abomodelle eine Zukunftsoption für die Mobile Music Industry?

Zugegeben: ich frage mich ja oft, wie es mit der Musikindustrie weitergehen wird. Jedoch, bräuchte ich mich das gar nicht zu fragen oder besser gesagt liegt die „Lösung“ dieser Frage in der Beantwortung einer anderen Frage: wie geht es denn der Mobile Music Industry oder besser gesagt, wie geht es damit weiter, wohin geht es und womit geht es wohin? Pyramid Research hat da verblüffender Weise eine klare Antwort darauf: „The most significant shift in the mobile music market will come in the form of bundled music“. Gemeint sind Subscription Services, also Aboservices. Nämlich die, die bei Portalen wie Rhapsody angeboten werden, also nicht wie bei emusic.com. „Tethered Subscription Service“ könnte man ja auch dazu sagen, d.h. es wird ein Abo gekauft, wo man dann Zugriff auf eine unbegrenzte Anzahl von Songs hat. Die Files werden zwar am PC (oder wo auch immer) gespeichert, sind aber nicht mehr verfügbar, wenn man das Abo storniert. Bei solchen Services wird dann immer viel (und zurecht) diskutiert, ob das nicht der Gewohnheit widerstrebt, etwas „besitzen“ zu wollen, was ja wiederum heisst, mit etwas „konkret und intensiv auseinandersetzen“ können. Pyramid Research meint hierzu (im Kontext von Mobile Music): A cultural shift is forming in this generations consumers, from owning to renting”. Pyramid argumentiert so, dass es spannender ist, Zugriff auf eine undendliche Anzahl von Musicfiles zu haben als nur Zugriff auf jene Musicfiles zu haben, die im Voraus gekauft wurden. Die neue Konsumentengeneration sieht das „besitzen wollen“ demnach nicht mehr als Notwendigkeit an: For these consumers, the difference between owning and MP3 and renting an MP3 will have little meaning.“ Derzeit hat sich dieses Modell jetzt auf breiter Ebene noch nicht durchgesetzt. Aber ich könnte mir irgendwie gut vorstellen, dass dieses Modell gerade im Mobile Music Sector funktionieren könnte. Es war ja auch wieder ein richtiger und wichtiger Schritt hin zur so oft diskutierten Flatrate. Wobei: dies ist ja wieder ein anderes Thema bzw. funktioniert ja auch ein bisschen anders.

[Studie: Bundling Music – The Future of the Mobile Music Industry According to Pyramid Research | via hypebot]


3GSM World Congress WrapUps…

Dieser Tage ging im schönen Barcelona der 3GSM World Congress über die Bühne, also ein Messe, bei der es primär um „Mobile Communication“ ging und die neuesten Trends am mobilen Markt vorgestellt wurden. Und das ist ja im digitalen Zeitalter, in dem gerade die Musikindustrie mit neuen Ansätzen betreffend des digitalen Marktes kräftig den Mobile-Unternehmen hinterhinkt, nicht gerade uninteressant. Heisst soviel: willst du am Ball bleiben, schau was dein nächster Mobile Provider so treibt. Interessante und auch teils kritische Zusammenfassungen zum 3GSM World Congress gibt es bei Read/Write Web und bei M-Trends.org nachzulesen.

[Artikel: 3GSM Mobile Web Review | via Read/Write Web]

[Artikel: 3GSM 2007 WrapUp (complete) | via m-trends]