"Music is the brandy of the damned." (G.B.Shaw)

Steht Google’s Music Service bald vor dem Launch?

Bereits im letzten Jahr wurde schon desöfteren darüber berichtet, dass Google nun auch im digitalen Musikgeschäft mitmischen will. Von Google selbst war zu diesem Thema aber nicht viel zu hören, außer Dementis über einen bevorstehenden Start. Heute schreibt aber Cnet.News, dass einige Businessmenschen, die anonym bleiben wollen, ausgeplaudert haben, dass es nun doch bald soweit sein könnte – vielleicht schon in ein paar Wochen. Wie nun Googles „Cloud-Music-Service“ aussehen könnte, versucht Greg Sandoval in seinem Artikel herauszufinden. Außerdem skizziert er, was solch ein Vorhaben für iTunes bedeuten könnte und warum die Musikindustrie nur darauf wartet, dass die Krake endlich an den Start geht. Weiters schreibt Sandoval sinngemäß, dass die Recordlabels die Schnauze voll haben, ihre Musiken großteils „for free“ unter die Leute zu bringen und das sie in den letzten Jahren mit teils werbefinanzierten Services wie SpiralFrog, Imeem, Rukus, etc (sind bereits digital music history), keine guten Erfahrungen gemacht haben. Deshalb haben es auch Spotify & Co nicht gerade leicht, Lizensierungsdeals mit den Majors, vor allem in den USA, abzuschliessen. Jetzt muss halt St. Google die Kohlen aus den Feuer holen, wenns mal wirklich soweit ist…

Detail am Rande: Sandoval schreibt, dass Apple neben einem Cloud-Music-Service angeblich auch über ein Streamingvariante nachdenkt.

Im Gegensatz zu Cnet.News schreibt BusinessWeek, dass es derzeit noch keine Deals mit Labels gibt und das es sich nicht um Wochen, sondern wahrscheinlich noch um Monate handelt, bis Google startet – (via musically)

[Hey Itunes, here comes Google Music, Spotify | Cnet.News]

[Larry Page’s Google 3.0 | Businessweek]

[Google’s music service could launch next month? Well… | musically]

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Flexible Pricing – der Schlüssel zum Erfolg für den Amazon-Downloadstore?

Eine kleine Neuigkeit gibt es zum bevorstehenden Launch des Amazon-Downloadstores, denn Jeff Blackberg, verantwortlich für Business Developement bei Amazon meint, dass es sehr interessant wäre, wenn User direkt auf die Preise der angebotenen Musiktitel Einfluss hätten. Amie Street, ein Indie-Retailer, der gerade von Amazon kräftig gesponsort wird, hat jetzt ein Modell entwickelt, das wie folgt funktionieren könnte: Tracks können kostenlos downgeloadet werden, aber je öfters die Tracks downgeloadet werden, desto teurer werden sie. Wenn dann ein bestimmter Betrag erreicht ist (zB 99 Cent), ist Schluss mit der Preiserhöhung. Und wenn der User dann diese Tracks auch noch seinen Freunden empfiehlt, bekommt dieser Credits gutgeschrieben. Ich finde, dass dieser Ansatz sehr interessant ist, wenn er für die User nicht allzu kompliziert wird und das Modell überschaubar ist. Auf jeden Fall könnte sich das für Amazon lohnen und iTunes müsste sich auf diesem Gebiet auch endlich was überlegen, jedoch glaubt Blackberg, dass die Majors und auch die Indies noch nicht auf so ein Modell einsteigen werden. Dennoch wird „flexible Pricing“ im grossen Stil so oder so zum Einsatz kommen, so Blackberg. 

[Artikel: Amazon Invests In Popularity-Priced Indie Music Retailer Amie Street | via forbes.com]

[Artikel: Will Amazon’s Music Service Embrace Variable Pricing? | via hypebot.com]


IFPI Austria gegen SPÖ Lindenmayr

Ah, interessant. Der Verein Quintessenz hat unlängst eine Veranstaltung zum Thema Filesharing und Benutzerverfolgung abgehalten. Also im Wesentlichen ging es darum, welche rechtliche Konsequenzen illegales Filesharing wirklich haben kann und mit welchen Mitteln die Musikindustrielobby gegen die vermeintlichen Rechtsbrecher vorgeht – also das Verhalten der User wird „gespeichert“ und dann flattert eine saftige Klage ins Haus. Jetzt war es so, dass auch SPÖ-Mensch Lindenmayr bei der Veranstaltung zugegen war und sich gefragt hat, ob die Musikindustrie nicht doch ein bisschen „mittelalterlich“ reagiert. Dies hat sich die IFPI Austria nicht gefallen lassen und hat prompt mit einer Aussendung darauf reagiert, in der sie Lindenmayr als „Lobbyist für illegales Filesharing“ bezeichnet, so der Standard. Mehr zu dieser Auseinandersetzung, die ja – könnte sein – ein bisschen politisch motiviert ist (SPÖ-Lindenmayr gegen ÖVPnahen oder eh ÖVPler und IFPI Austria Chef Medwenitsch) gibt es im Standard zu lesen.

[Artikel: SPÖ – Filesharing ist weder Verbrechen noch Raub | derstandard.at]

[Artikel: IFPI Austria – Wir sind keine Ritter, sondern Retter | derstandard.at]

[Link: Verein Quintessenz]


Social-Networking immer wichtiger für Musiker

Die Piraterie hat wieder ein neues Hoch erreicht, die legalen CD-Downloads gehen immer weiter zurück. Wo suchen also User Musik wenn nicht gerade bei Download-Stores? Bei Social-Networking Seiten. Mehr darüber bei BBC.

[Artikel: Social Networking „lure music fans“ | bbcnews.com]


Interview mit Glenn People von Coolfer.com

Zu Beginn möchte ich mich mal kurz entschuldigen, denn in letzter Zeit komme ich nicht mehr regelmässig dazu, den Blog zu füllen. Ich hoffe, es wird die nächsten Wochen wieder besser. Bis dahin habe ich mir vorgenommen, die Postings nicht mehr so lang werden zu lassen, sondern mich eher auf kürzere Artikel bzw. Hinweise zu beschränken. Und da hätt ich auch gleich was interessantes entdeckt, nämlich ein Interview mit Gleen People vom Music Industry Blog Coolfer.com. Ist nicht allzu lang und tiefgehend, ist aber dennoch lesenswert, weil wir uns ja alle immer Fragen, was Leute, die soviel Zeit haben, um über die Musikindustrie nachzudenken, eigentlich wirklich machen…

[Interview: Hypebot’s Coolfer Interview Part I | via hypebot]

[Interview: Hypebot’s Coolfer Interview Part II | via hypebot]


Digital Music Group und The Orchard fusionieren…

Seit heute ist es offiziell: The Orchard und die Digital Music Group werden fusioniert. An der Börse wird die Fusion weiterhin unter DMGI firmieren, gearbeitet wird aber unter dem Namen The Orchard. Welche Auswirkungen hat der Zusammenschluß? Durch die Fusion ist The Orchard jetzt unangefochtener Marktführer, was die Aquirierung von „Digital Music Rights“ anbelangt. Bis jetzt haben die beiden Unternehmen ja ziemlich das gleiche Portfolio, also beide Unternehmen haben Musik von Labels lizensiert und an Online Stores weitervertrieben. Die Digital Music Group hat darüber hinaus auch noch Online-Rechte für klassische TV-Shows und besitzt auch noch die gesamten Rechte an verschiedenen Aufnahmen. Durch die Fusion ist es jetzt möglich, bessere Deals mit Online-Retailern auszuhandeln, beide Unternehmen können jetzt ein bisschen mehr Druck auf den Markt bzw. den Online-Retailern ausüben. Ausserdem kann The Orchard jetzt offensiver beim Online Video Distribution Geschäft mitspielen. Welche Auswirkungen die Fusion auf bestehende Verträge mit Rechtehaltern (Labels, Musiker, etc…) hat, ist derzeit noch unklar. Ob sich die Revenues ändern, weiss im Moment auch nur The Orchard. Ausserdem könnte die Fusion eine Reaktion auf vergangene Zusammenschlüsse am Indie-Sektor, wie zb Merlin sein.

[Artikel: Digital Music Group Plans to Merge with The Orchard |  via nytimes.com]


AllOfMP3 sperrt zu und gleich wieder unter den Namen AllTunes auf…

Wie die Netzwelt heute berichtet, haben die russischen Behörden das Downlodportal AllOfMP3 geschlossen. Die Musikindustrie wird jetzt die Korken knallen lassen, denn das russischen Portal konnte sich bis zuletzt dem Druck der Behörden widersetzen. Das Problem war, dass AllOfMP3 keine Lizenz besaß, Tracks ins Ausland zu verkaufen. In der Zwischenzeit hat der Anbieter unter neuen Namen und neuer Domain wieder aufgesperrt. Der Kundenstamm und das Musikangebot ist das gleiche wie vorher. AllOfMP3 ist nun also zu AllTunes geworden. Mehr dazu bei der Netzwelt und Fuzo.

[Artikel: AllOfMP3 geschlossen und neu eröffnet | via netzwelt]

[Artikel: AllTunes tritt an die Stelle von AllOfMP3 | via fuzo]