"Music is the brandy of the damned." (G.B.Shaw)

Diskussion über Urheberrecht und Raubkopie…

Vor ein paar Tagen entdeckte ich beim – sehr empfehlenswerten – freien Stadtsender Wien, Okto.Tv, eine Sendung, die mich kurzerhand auf die dazugehörige Website führte. „Einwand“, so der Titel des Formats, widmete sich dem Thema „Urheberrecht und Raubkopie“. Mit dabei waren Thomas Böhm von der Ifpi Österreich, Florian Husky von der Piratenpartei Österreich, Ferdinand Morawetz vom Verein für Antipiraterie und ein paar mehr Menschen. Die Diskussion verlief nicht sonderlich spannend – bis auf ein paar emotionale Verrenkungen einiger Diskutanten. Wie das halt meistens so ist, wenn Lobbyisten aufeinander treffen, noch dazu, wenn es um das Thema Filesharing geht, wo man schon vorher weiss, dass hinterher nix dabei rauskommt. Trotzdem anschauen…

Sendung Einwand: 1. Teil der Diskussion „Urheberrecht und Raubkopie“

Sendung Einwand: 2. Teil der Diskussion „Urheberrecht und Raubkopie“




Musikkonzerne wollen kein DRM mehr

Just vor zwei Minuten lese ich diesen Beitrag auf futurezone.orf.at über die Aussagen von Peter Birch (IFPI), dass die Musikkonzerne in Zukunft jetzt doch auf DRM verzichten wollen. Ich weiss jetzt nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Lachen, weil es doch schon so lange abzusehen war, dass sie sich nur Eigentore mit diesen virtuellen Fesseln schiessen und Weinen, weil dies eben nur auf den CD-Verkauf zutrifft. „Unser neues Modell heisst Partnerschaft“, antwortet Birch auf die Frage, welche Alternative jetzt zur Debatte steht. Wäre ein schöner Aufmacher für den Dolm der Woche.


Mehr Freiheiten im US-Copyright

Im Gegensatz zur anstehenden neuen Urheberrechtsreform in Deutschland, wo auch Kopien zu privaten Zwecken bald ins Gefängnis führen könnten, hat das US.Copyright Office seine Zügel ein wenig gelockert. Laut Electronic Frontier Foundation, einer Non-Profit Organisation, die schon seit 1990 Konsumentenschutz betreibt und öffentliche Interessen im Zusammenhang mit dem Netz vertritt, ist dies aber noch viel zu wenig.


Gscheites übers Netz…

Beim Durchforsten meiner Mailbox fand ich unlängst einen Vortrag von Patrick Dax übers Web 2.0. Gehalten wurde dieser Vortrag im Rahmen des von mica veranstalteten Workshops „Selbstvermarktung im Internet“. Unter anderem stieß ich auch noch auf die restlichen Vorträge, die alle (ausser meinem) im MP3-Format zum Download zur Verfügung stehen.

Patrick Dax, „Virale Marketing- und Promotionmöglichkeiten und deren Funktionsweisen im Internet“ (mp3 Stream)
Projektpräsentation: http://materialien.patrickdax.net

Clemens Fantur, „Vergleich der beiden Web-Communities FM4-Soundpark vs. Myspace. Welche Tools sind wie nützlich?“ (mp3 Stream)

Michael Lachsteiner, „Rolle eines Labels und Promotors in Verbindung mit digitalen Vertriebsmöglichkeiten“ (mp3 Stream)

Markus Deisenberger, „Bits and Bites and Soundfile Rights. Rechtliche Rahmenbedingungen der Online-Vermarktung“ (mp3 Stream)

Wer meinen Vortrag, „Rollen innerhalb der digitalen Wertschöpfungskette“ auch haben will, soll mir einfach ne Mail schreiben. Yepp
Viels Spaß!


Neues Urheberrechtsgesetz in D-Land im Anmarsch

Nächstes Jahr wird das deutsche Urheberrechtsgesetz reformiert. Zahlreiche Medienaktivisten wehren sich gegen dieses Gesetz, das strenge Einschränkungen für den privaten Gebrauch von Musik vorsieht. Nicht nur das: auch die Kriminalisierung der Konsumenten wird durch den neuen Entwurf vorangetrieben.

Copyleft-Aktivisten haben diese Woche vor dem Berliner Parlament demonstriert. Sie wenden sich gegen das neue Urheberrechtsgesetz. Der derzeitige Entwurf sieht vor, dass der Download von Inhalten aus dem Internet unter Strafe gestellt werden kann und Musik- und Medienkonzerne das Recht erhalten sollen von Internetserviceprovidern die Herausgabe persönlicher Daten der Kunden zu erzwingen. Ganz schön harter Tobak. Auf Druck der Unterhaltungsindustrie wurde auch eine Bagatellklausel, die das Kopieren von Musik in privaten Umfang erlaubt, aus dem Entwurf genommen.

Ein weiterer Umstand trägt zur Verschärfung der Lage bei, denn zwischen Personen, die für den privaten Gebrauch Kopien anfertigen und kommerziellen Produkpiraten, wie es die Aktivisten nennen, wird kein Unterschied gemacht. Wenn dieses Gesetz in der vorliegenden Form im Bundestag verabschiedet wird, sind wir alle nicht mehr sicher. Und seien wir uns ehrlich: wer hat noch nie ein Foto aus dem Netz heruntergeladen und für seinen Blog verwendet, ohne zu fragen? In Zukunft könnte es so sein, dass man dafür etliche Monate ins Gefängnis wandert. Dabei geht es den Aktivisten nicht nur um das Recht auf private Kopien, sondern es stehe auch die Verbreitung von Informationen und Wissen, dem Lebensblut der digitalen Gesellschaft, auf dem Spiel, wie Volker Grassmuck, einer der Köpfe von Privatkopie.net laut Heise betonte, denn der Gesetzesentwurf lässt auch Interpretationsräume offen, nach denen die Medien- und Musikkonzerne auch nicht urheberrechtlich geschützte mit Hilfe von DRM-Systemen kommerzielle verwerten könnte. Der gesamte Gesetzesentwurf hinterlässt den Eindruck, dass die Lobbyisten der Musikindustrie wieder ganze Arbeit geleistet haben. Die Frage ist nur, ob sich die Konsumenten, denen in diesem Spiel eigentlich die stärkste Rolle zukommt, das gefallen lassen sollen?

Wer auf jeden Fall nicht mehr mitspielen will und seinen Unmut kundtun will, kann auf Privatkopie.net eine Petition für die Sicherung der digitalen Privatkopie unterschreiben. Auf der Website von Campact, kann jeder, der sich eines Vergehens gegen die Musikindustrie schuldig fühlt, schon mal vorab ins Gefängnis wandern. Virtuell versteht sich.