"Music is the brandy of the damned." (G.B.Shaw)

Alte Hüte, die noch immer brennen – „Focus Rights Management“

Gestern Abend wurde die zweite Runde im Rahmen der „Neue Töne Music Talks“ eingeläutet. Beackert wurde eigentlich alles, was unter dem Begriff „Rechtemanagement“ subsumiert wird. Vor allem die Lizensierungsproblematiken (aus der Sicht des Labels/Verlags und der Musik-Services) standen dabei an erster Stelle. Der einhellige Grundtenor war: „Es ist komplex“. Nebenher wurden auch Ideen für neue Geschäftsmodelle (zB rightsflow.com) besprochen oder bereits bestehende Modelle (wie simfy.de) erörtert. Das Social-Media-Monstrum Facebook kam im Zusammenhang „wie nützlich ist FB als Promotool für Artist/Label/Music-Service“ auch zur Sprache. (Einen Nachbericht zur Diskussion gibt es bei futurezone zu lesen).

Nach der Diskussion hab ich einen alten Mitstreiter getroffen. Auf die Frage, wie es ihm denn so gefallen hat, gab er zur Antwort, dass er alle Artikel, die er verfasst hat bzw. die er zum Thema „Digital Music“ gelesen hat , in seinem virtuellen Archiv gebunkert hat. Zieht er einen Vergleich zwischen Problematiken, die bereits vor Jahren akut waren und jenen, an denen die Musikwirtschaft heute kränkelt, kann er keine wesentliche Veränderungen erkennen. Das die Lizensierungsprozesse komplex sind und es so etwas wie eine globale Lizenzdatenbank braucht und nebenher die Verwertungsgesellschaften modernisiert werden müssten/sollten, weil sie mit der neuen Situtation nicht mehr klar kommen, war schon bei den MidemNet’s 2004, 2005 und 2006  Topthema. Genauso das Problem der Metadatenstandardisierung (notwendig, um ordentliche Reportings zusammenzubringen), wurde auch damals schon gesichtet. Scott Cohen von TheOrchard tingelt seit Jahren in der Welt herum und predigt unter anderem genau zu diesem Thema. Oder Streaming-Services wie Spotify oder Simfy – Beispiel: Pandora gibt es seit 2000. Bis vor einigen Jahren konnte man sich noch als A-Länder registrieren, mittlerweile geht das aufgrund von Lizensierungsschwierigkeiten ausserhalb der USA nicht mehr. Dieses Beispiel zeigt, wie mit dem Thema „Licensing“ schon seit Jahren umgegangen wird.

Basieren diese Music-Services jetzt auf „neuen, innovativen Ideen“, die so oft gefordert werden oder sind diese Services jetzt nur schöner verpackt oder hat man ihnen nur ein neues Etikett verpasst: Stichwort Cloud? Sind die Geschäftsmodelle nicht schon seit Jahren die gleichen geblieben (werbefinanziert und Premiumaccounts)?  Und vor allem: reichen diese Geschäftsmodelle aus, um auch das Leben der Künstler und Labels erträglicher zu machen? Keine Ahnung.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Aussage Mark Mulligan’s „Digital Music has failed“, die er bei der diesjährigem MidemNet getätigt hat, nachvollziehbarer: Alte Hüte, die noch immer brennen.

Aber wurscht. Die Reihe „Neue Töne Music Talks“ ist in erster Linie als Vorbereitung für den Fördercall „Focus Music“ von departure gedacht und wird deshalb auch nicht die großen Problematiken der Musikwirtschaft lösen wollen. Ich bin schon gespannt, an welche Music-Services die 800.000 Euros ausgeschüttet werden.

Kurz noch: beim mica haben von 2005 bis 2008 einige Leute intensiv an dem Projekt „DMET – Digital Music Education and Training“ gearbeitet. Es ging hierbei darum, ein Curriculum zu erstellen und eine Art Ausbildung auf höherem Niveau in diesem Bereich anzubieten, die alle Aspekte (technologische, rechtliche, wirtschaftliche) des digitalen Musikgeschäfts umfasst. Was daraus nach 2008 konkret geworden ist, weiss ich nicht, ich will damit nur sagen, dass es vielleicht auch interessant wäre, eine Wissens-Standardisierung auf diesem Gebiet anzustreben, denn nicht nur der Rechtemarkt ist fragmentiert, sondern auch das Ausbildungsangebot, soweit es vorhanden ist.

[Musikwirtschaft im Rechtewirrwarr | fuzo.at, Patrick Dax]

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Bitte Licht in das Lizensierungsdunkel – morgen im mica

Rechteinhaber wollen Kohle sehen, Music-Services wollen möglichst schnell und unkompliziert Lizensierungsdeals über die Bühne bringen, lizenzscheue Start-Ups wollen sich nicht mit einem Meer an Verwertungsgesellschaften herumärgern. Und Leute wie ich, die das ganze Business aus einer eher anderen Perspektive bearbeiten (Bands, Musiker, Fan, Marketingfuzzis, etc…), stehen bei dieser Thematik sowieso öfters auf der Leitung. Um da jetzt ein bisschen Licht ins Lizensierungsdunkel zu bringen, findet morgen Dienstag eine Podiumsdiskussion zum Thema „Rights Management“ im Rahmen der „Neue Töne Music Talks“ statt. Geleitet wird die Diskussion von Stefan Niederwieser (TheGap), debattieren werden Mark Chung (VUT Vorstand und Chef des Verlags Freibank), Manfred Dillig-Degrave (Chefredakteur Musikwoche), Christoph Lange (Geschäftsführer von simfy.de) und Hannes Tschürtz (Boss von InkMusic und SwimmingPool Sync & Licensing). Veranstaltet wird die Reihe von mica, departure und thegap.

Da voraussichtlich die Initiative einer „Global Repertoire Database“ bei der Diskussion zur Sprache kommen wird, möchte ich nur kurz auf ein Posting in der Pho-list hinweisen, worin es um zwei neue „Hub“-Lizensoren geht. Der eine hat bei der MIDEM den ersten paneuropäischen Deal mit Beatport abgeschlossen Worum gehts konkret: ARMONIA ist ein Lizenzgeber für Digital-Publishing-Rights, derzeit bestehend aus den Verwertungsgesellschaften SACEM (Frankreich), SIAE (Italien), SGAE (Spanien) und Portugals (SPA). Das Ziel ist es, die Lizensierungsprozeße in Europa zu vereinfachen und zu vereinheitlichen. NCB ist der zweite „Dachverband“, der Dänemark, Island, Finland, Schweden und Norwegen sowie Litauen, Estland und Lettland umfasst. Mit diesen beiden Organisationen ist es möglich, so die Kollegen bei Pho, fast die gesamten Online-Publishing-Rights für Europa zu „erwerben“. Aber nur fast: vorausgesetzt man geht dann noch zur GEMA, PRS und noch ein paar „kleineren“ Verwertungsgesellschaften. Von einem paneuropäischen Modell, alle Lizensierungen auf einen Schlag unter Dach und Fach zu bringen, ist man auch hier noch ein Stück entfernt. Aber so einfach ist es ja auch nicht, wie schon die letzten Jahre gezeigt haben, dennoch soll es in wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein. Merkwürdig ist aber nur, dass über den Deal von ARMONIA noch nicht wirklich berichtet wurde. Pho: „why has this remained a secret?“.  Vielleicht wird ja morgen auch auf dieses Thema eingegangen.

[Neue Töne Musik Talks „Focus Rights Management | mica]

[Music Industry Working On Gloabl Copyright Database | Reuters]

[Three Authors‘ Societies (SACEM, SGAE, SIAE), Members Of Armonia Signed With Beatport Midem 2011 | Mi2N.com]


Die populärsten Musik-Websites des Jahres 2010

Was war im letzten Jahr der heisse Scheiß in Sachen „web-based Music-Services“, wer konnte den höchsten Traffic generieren, wer startete so richtig durch und hatte letztendlich die Nase vorn? Diesen Fragen ging Ryan van Etten, Boss von Virtualmusic.tv nach. Zu diesem Zweck hat er – basierend auf Daten von Compete – eine sehr interessante Graphik erstellt. Leider wurden nur der Traffic von Music-Services (Download oder Streaming) in den USA getrackt.

Egal, trotzdem spannend. Achja, Spotify hat van Etten auch mit reingenommen, obwohl es ein Streaming-App ist und von Usern in den Staaten nicht genutzt werden kann. Anscheinend hat den Mann folgendes interessiert: „Is Spotify that widely used or does it just get tons of press?“.

Weiter zur Graphik: Grüne Kästchen zeigen einen positiven Zuwachs, roten Kästchen negatives Wachstum an. Je größer die Box, desto mehr Zugriffe. Den größten Zuwachs an Usern konnten Soundcloud, Ourstage, Bandcamp und Reverbnation verbuchen. Für Grooveshark, Last.fm und Playlist.com war es auch ein gutes Jahr. Das größte Ding ist natürlich Youtube mit insgesamt 1.222 Millionen Besuchern im Monat, davon entfallen ungefähr 31% auf Musikvideos. Pandora folgt weit abgeschlagen mit 60 Millionen Usern monatlich. Beatport steigt bei den Downloadportalen mit 108% Nutzerzuwachs am besten aus.

Zusammenfassend lässt sich folgendes sagen: Streaming und Cloud-Services sind on Top. „Klassische“ web-basierte Downloadportale können da nicht mithalten, obwohl Manche auch ordentlich wachsen, wie Beatport, aber da machen es wohl Spezialiserung, Handhabung, redaktionelle Bearbeitung, etc… aus. Jedoch hätte man Itunes berücksichtigt (hatte und konnte man nicht, da es nicht web-basierend ist), wäre es laut vanEtten nach Youtube an zweiter Stelle gelandet.

Bin schon gespannt, wie Ryan van Etten’s „Heat map“ in einem Jahr aussieht.

[2010 Music Website Heat Map | Virtualmusic.tv]

[Artikel: The Most Popular Music Websites in 2010 | Kerascenenews.com]


Musikpiraten wie du und ich

Ich kann mich noch an einen Workshop erinnern, der vor 7 oder 8 Jahren im mica stattgefunden hat. Thematisch ging es ums Internet und neue Geschäftsmodelle für Bands und Labels, illegale Downloads, DRM, etc… – irgendwas in dieser Art, genau kann ich mich nicht mehr entsinnen. Auf jeden Fall hatte auch Franz Medwenitsch, Geschäftsführer der IFPI Austria, einen Part, bei dem es – wie kann es anders gewesen sein – auch um illegales Filesharing ging. Irgendwann während seines Vortrags fragte er in die verblüffte Runde, wer denn schon mal Musik aus dem Netz gesaugt hat, ohne dafür zu bezahlen. Natürlich zeigten 90% der Anwesenden auf. An die Reaktion Medwenitsch’s kann ich mich nicht mehr genau erinnern, erfreut war er aber über die Offenheit seiner Zuhörer augenscheinlich nicht. Ja, dass hatte schon was, so von Angesicht zu Angesicht: Dort der Vertreter der bösen Musikindustrie, auf der anderen Seite die Musikpiraten, die für den Niedergang eines ganzen Industriezweiges verantwortlich gemacht wurden. War ein sonderbares, aber irgendwie gutes Gefühl, ein Pirat zu sein oder wie es die „andere Seite“ nannte, ein Raupkopierer. Dabei war es mir – und ich denke auch meinen Auditoriumskollegen – schon bewusst, dass wir da anscheinend etwas tun, was so Manche aus unterschiedliche Gründen nicht gut hiessen, dennoch habe ich keinen Gedanken daran verschwendet, „meine Bands“, damit meine ich diejenigen, deren absolut treuester Fan ich bin, bescheisse, betrüge oder ihnen gar etwas stehle. Immer wenn ich Soulseek (oder andere Filesharing-Clients) anwarf, tat ich das nur aus einem Grund: nach Musik zu suchen, von der ich irgendwo gelesen hatte oder von der ich irgendwo gehört hatte bzw. mir empfohlen wurde.

Nie im Leben hätte ich den Melvins ein Album, einen Song stehlen wollen. Jedesmal wenn „King Buzzo“ einen neuen Geniestreich getätig hatte und ich mich diesem Erguß hingeben wollte, nutzte ich diese Möglichkeit (natürlich war das auch so bei anderen Musiken). Danach ging ich zum Plattenladen meines Vertrauens und kaufte mir das Ding. Oder ich lud mir Musik von Künstlern auf meinen Rechner, deren Musik ich nicht kannte, ich aber hören wollte, sobald ich einen Artikel in einem Musikmagazin darüber fertig gelesen hatte – ja, die Neugier. Natürlich gab es auch desöfteren den Fall, wo mir etwas nicht gefiel, dann kaufte ich es natürlich auch offline nicht.

Ich nutzte Filesharing also immer als mein persönliches Discoverytool, um neue Musiken zu entdecken oder etwas Neues meiner alten Helden (ha!) gleich mal vorzuhören, sobald ein neuer Release veröffentlicht wurde, bei uns aber noch nicht erhätlich war. Etliche Konzerte unbekannter Acts hätte ich ohne Filesharing nie gesehen oder hätte meinen Freunden nie davon erzählen können bzw. es ihnen empfehlen können. Es ging mir nie ums Anhäufen von MP3s, geschweige denn war ich nie geil darauf, so viel Musik wie möglich zu besitzen, um dann die Krone für den „Filesharer-king“ aufgesetzt zu bekommen.

Im Gegenteil: die Suche im Netz war immer zielgerichtet, ich wusste, was ich wollte und ich war stets davon überzeugt, dass ich als Musikfan quasi dazu „verpflichtet“ bin, alles an guter Musik „aufzusaugen“, was gerade so umher schwirrt – „spread the word“, wie es immer schon so schön hiess. Heute ist es genau das Gleiche, nur brauche ich keine P2P-Netzwerke mehr, sondern ich nutze Last.fm, Soundcloud oder eine der dutzend anderen Plattformen, um neue Musik zu entdecken, zu kaufen oder weiterzuempfehlen.

Und die Musikindustrie? Sie sollte eigentlich jedem einzelnen Filesharer dankbar sein, denn sie zeigen den Big Four (oder bald nur mehr den Big Three) seit rund 10 Jahren (und das gratis!), wo ihre Probleme liegen (zB meine Beweggründe aktiver Raubkopierer zu werden) und liefern ihnen gleichzeitig mit ihren „Diebstählen“ etliche Lösungansätze (Musik schwebt in einer Wolke oder werde/müsse überall frei nutzbar wie Wasser sein postulierte der Prophet Gerd Leonhard 2006), um aus der Predouille zu kommen. Etwas andere Ansätze, wie zB Kampagnen „Ideen sind etwas wert“ oder die 2009 lancierte Offensive „Mehr drin. Mehr dran. Mehr drauf. Musik auf CD“ dürften ja nicht wirklich gefruchtet haben, zumindestens hätte ich keinerlei „Erfolgsgeschichten“ darüber gehört, also Zahlen, Daten, Fakten.

Vielleicht lag es ja daran, dass es dabei nicht darum ging, diese neuen Ansätze aufzugreifen, sondern lediglich Schadensbegrenzung betrieben wurde. Mich würde interessieren, an welche Zielgruppe diese CD-Kampagne adressiert war, denn wie will man einem 14-jährigen Menschen, der laut meiner Rechnung 1997 geboren wurde, 2008 oder so herum sein erstes Handy bekam und seit dieser Zeit wie ein Wilder streamt/downloadet – wie will man ihm/ihr erklären, dass ein im vorigen Jahrhundert erfundenes Medium, besser ist, als das, was er/sie jetzt so zahlreich vorfindet – wo er/sie doch Musik jederzeit und jederorts hören kann. Und der ästhetische Beiwert? – pfuh! Das hat mich in meiner Adoleszenz auch nicht interessiert, ich wollte die ärgste, aggresivste Mucke hören, die es damals gab. Was da auf der CD drauf oder drin stand, war mir herzlich egal. Hauptsächlich anders. Und über so eine Aktion, Menschen, die zu einer völlig anderen Zeit mit völlig anderen Formaten sozialisert wurden, an ein Medium binden zu wollen bzw. sie dahin zurück zu führen, ist irgendwie komisch.

Aber ja, worauf ich eigentlich mit dieser langen Faselei hinauß wollte, wäre Folgendes: es gibt wieder Mal eine Studie über P2P-Filesharing. Es ist ja immer wieder eine Krux mit solchen Studien, denn meistens werden solche Publikationen von Industrieunternehmen beauftragt, die eine gewisse Stoßrichtung mit Zahlen, Daten, Fakten untermauert haben wollen. Das Ergebnis ist oft tendenziös. So scheint es auch bei dieser Studie zu sein, da NBC Universal die Studie beauftragt hat. Wie aber Nate Anderson bei Epiccenter schreibt, ist folgendes Ergebnis interessant: von 10.000 Files, die über PublicPT (der größte Bittorent-Client) geshared werden, entfallen schlappe 2,9% auf Inhalte, die der Kategorie Musik zuzuschreiben sind. 35,8% fallen auf Pornos, gleich dahinter kommen Movies mit 35,2%. Insgesamt 85,5% der 10.000 Files, hatten Videos jeglicher Art (Filme, Serien, etc…) zum Inhalt. Interessant, wenn das so stimmt, denn das deckt sich ungefähr mit meinen persönlichen Erfahrungen, denn in meinem Freundeskreis kenne ich fast keine/n mehr, der Musik saugt, sondern es wird hauptsächlich filmisches Material downgeloadet. Anderson: „Pirates want movies more than music, and by a significant margin.“

[Artikel: Where Have All The Music Pirates Gone? | Wired/Epiccenter]


Steht Google’s Music Service bald vor dem Launch?

Bereits im letzten Jahr wurde schon desöfteren darüber berichtet, dass Google nun auch im digitalen Musikgeschäft mitmischen will. Von Google selbst war zu diesem Thema aber nicht viel zu hören, außer Dementis über einen bevorstehenden Start. Heute schreibt aber Cnet.News, dass einige Businessmenschen, die anonym bleiben wollen, ausgeplaudert haben, dass es nun doch bald soweit sein könnte – vielleicht schon in ein paar Wochen. Wie nun Googles „Cloud-Music-Service“ aussehen könnte, versucht Greg Sandoval in seinem Artikel herauszufinden. Außerdem skizziert er, was solch ein Vorhaben für iTunes bedeuten könnte und warum die Musikindustrie nur darauf wartet, dass die Krake endlich an den Start geht. Weiters schreibt Sandoval sinngemäß, dass die Recordlabels die Schnauze voll haben, ihre Musiken großteils „for free“ unter die Leute zu bringen und das sie in den letzten Jahren mit teils werbefinanzierten Services wie SpiralFrog, Imeem, Rukus, etc (sind bereits digital music history), keine guten Erfahrungen gemacht haben. Deshalb haben es auch Spotify & Co nicht gerade leicht, Lizensierungsdeals mit den Majors, vor allem in den USA, abzuschliessen. Jetzt muss halt St. Google die Kohlen aus den Feuer holen, wenns mal wirklich soweit ist…

Detail am Rande: Sandoval schreibt, dass Apple neben einem Cloud-Music-Service angeblich auch über ein Streamingvariante nachdenkt.

Im Gegensatz zu Cnet.News schreibt BusinessWeek, dass es derzeit noch keine Deals mit Labels gibt und das es sich nicht um Wochen, sondern wahrscheinlich noch um Monate handelt, bis Google startet – (via musically)

[Hey Itunes, here comes Google Music, Spotify | Cnet.News]

[Larry Page’s Google 3.0 | Businessweek]

[Google’s music service could launch next month? Well… | musically]


Nachtrag: Mark Mulligans Vortrag @MidemNet – Video

Gerade eben haben ich via hypebot Mark Mulligans Vortrag entdeckt, den er bei der MidemNet abgehalten hat und der – wie schon gestern kurz angeschnitten – für einiges an Aufregung gesorgt hat. Den Link zum Interview, das kurz nach seinem Vortrag gemacht mit ihm gemacht wurde, gibts auch nochmal in der Linkliste zu finden.

[Forrester Research Presentation: Getting Out Of The Digital Music Impasse, MidemNet 2011 | youtube]

[Interview With Mark Mulligan, Forrester Research: Finding Industry’s Bright Sparc | via Youtube]

[Why Digital Music Has Indeed Failed | hypebot]


Digitale Musik ist gescheitert! – ist digitale Musik gescheitert?

Es ist jetzt schon ein paar Tage her, aber unlängst hat Mark Mulligan, Research Direktor und Digital Music Analyst bei Forrester Reserach einiges an Staub aufgewirbelt, als er in einem NYTimes-Artikel wie folgt zitiert wurde und als Vortragender bei der Midem verlautbart hat: „As Things stand now, Digital Music has failed“. Nach dieser Aussage hagelte es zahlreiche Kommentare (viele negative, aber auch positive) aus der Businesswelt. Und ich dachte mir auch, was hat er denn, läuft ja eh alles nicht so dermaßen schlecht, der digitale Musikmarkt wächst (wenn schon nicht so überbordend, wie es sich viele wünschen, aber er tuts, wobei wenn man sich den Gesamtmarkt ansieht, schauts ja nicht so rosig aus, aber ja…), Cloud-Services schießen aus den Boden, die DRM-Fronten bröckeln oder sind schon zum Teil gebröckelt, die EU will ein einheitliches Lizensierungsmodell – durchsetzen?, nein, so weit noch nicht, aber der Wille ist da -, dutzende Plattformen bieten dutzende Möglichkeiten an, seine Band zu promoten und zu marketieren, etc, etc…

Worauf Mulligan jetzt wirklich hinaus will, hat er in seinem Blog konkretisiert. Noch aufschlußreicher ist ein Interview, das im Rahmen der MidemNet nach seiner Präsentation gemacht wurde, in der er sein SPARC-Modell (social, participative, accesible, relevant, connecting) vorstellte und darüber Auskunft gibt, woran die Musikindustrie bzw. Digital Music seiner Meinung nach wirklich kränkelt.

[Why And How Digital Music Products Have Indeed Failed | Mark Mulligan’s Blog, Forrester Research]
[Music Industry Braces For The Unthinkable | NYTimes]
[Interview With Mark Mulligan, Forrester Research: Finding Industry’s Bright Sparc | via Youtube]